[Rezension] Solange die Welt noch schläft von Petra Durst-Benning


Solange die Welt noch schläft bei Ullstein



Produktdetails:



Titel: Solange die Welt noch schläft
Reihe: Jahrhundertwind
Autor: Petra Durst-Benning
Genre: Historischer Roman
Herausgeber: Ullstein Buchverlag GmbH
Erscheinungstermin: 14. Mai 2013
Sprache: Deutsch
ISBN:  978-3-548-28541-2
Format: Softcover
Seitenanzahl:  496 Seiten

Produktinformationen:


Kurzbeschreibung

Berlin, um 1890. Eine Gesellschaft, in der Männer die Zukunft bestimmen und Frauen gefälligst die Pedale einer Nähmaschine und nicht die eines Fahrrads zu treten haben. Doch der Jahrhundertwind fegt durch die Straßen und flüstert verheißungsvoll von Aufbruch und Abenteuer. Drei Freundinnen, die unterschiedlicher nicht sein können: Josefine, die Tochter eines Hufschmieds bricht in die Männerdomäne des Radfahrens ein und wird bitter dafür bestraft. Die brave Apothekertochter Clara will endlich frei sein von der Tyrannei ihrer Eltern. Und die Fabrikantentochter Isabelle sehnt sich nach der großen Liebe. Die Konventionen der Kaiserzeit, Standesdünkel und Vorurteile machen den jungen Frauen das Leben schwer. Doch der Wunsch nach Selbstbestimmung und Freiheit ist unbezähmbar. Mutig macht sich das Freundinnentrio auf seinen Weg in eine neue, bessere Zukunft.

Der Verlag über das Buch

Drei junge Frauen. Freundinnen. Alle drei haben einen Traum. Nur eine wird ihn sich erfüllen.

Die Bewertung


Meinung:

Der Auftakt der Jahrundertwind-Trilogie ist ein Buch, in welches man sich nur verlieben kann. So wird etwas in den Vordergrund gehoben, was man kaum bei der Emanzipation der Frau vermutet hatte. Das Fahrrad. Mit viel Witz, Leidenschaft und Charme beschreibt Petra Durst-Benning eine Zeit, in welcher das Frauchen hinter dem Herd für viele Männer der damaligen Zeit immer noch ein gängiges Bild war. 

Das Cover/Die Gestaltung:

Für ein gutes Cover sind viele Details zu berücksichtigen. Dieses hier, in welchem man eine junge Frau vorfindet, vereint viele Details, die einem beim Kauf ins Auge stechen. Die nach vorne blickende Frau, welche scheinbar den sich in die Lüfte geschwungenen Vogel betrachtet, zeigt deutlich, wie ein schlichtes Cover dennoch Aufbruchstimmung in die Emanzipation der Frau zur Jahrhundertwende verdeutlichen kann. Selbst wenn das Cover, welches nicht dem der Hardcover-Ausgabe identisch ist, schlicht erscheint ist die rote Schrift im oberen Teil ein Eye Catcher für sich.  
2,0/2,0 Punkten

Die Sprache/Der Satzbau:

Petra Durst-Benning schafft es mit viel Liebe zu Detail und einer solche fantastischen Sprache den Leser auch in diesem Buch am Lesen zu halten. Sie schreibt mit einer Wahrhaftigkeit, dass jede einzelne Zeile einen nur noch tiefer in die Welt hineinzieht.
2,0/2,0 Punkten

Die Figurentiefe/Die Figurenentwicklung:

Das Trio von drei jungen Frauen, welche sich in ihrer Jugend anfreunden und uns von Beginn bis zum Ende des Buches begegnet, ist mit vielen Details beschrieben. Dennoch liegt der Augenmerk auf Josefine, um welche sich dieses Buch dreht. Deutlich sind Entwicklungen zu erkennen, welche die Figuren anstreben, um ihrem Ziel, der Freiheit immer näher zu kommen. Und jede macht dies auf ihre Weise. Umso verständlicher werden die Figuren, und ebenso ihre Lebendigkeit wird damit unterstützt. Kaum ist zu glauben, dass man auch mit wenigen Beschreibungen eine Nebenfigur so zeichnen kann, dass diese authentisch wirkt.    
2,0/2,0 Punkten

Der Plot/Der Geschichtsverlauf:

Alleine schon die Idee, den Kampf der Frau um ihre Gleichstellung und ihre Freiheit in Verbindung mit dem Fahrrad zu bringen ist eine erstaunliche Arbeit, wo wir doch meist nur von dem Wahlrecht in der Gesellschaft hören oder aber wo die Pille das Lucht der Welt erblickte. Nun wird anhand eines in unserer heutigen Zeit selbstverständliches Fahrrades der Kampf gezeigt. Im Verlaufe des Buches ergeben sich zwar für einen geübten Leser einige Wendungen, welche man vorhersagen kann, dennoch macht es unendlichen Spaß die drei Frauen auf ihrem Weg weg von der Unmündigkeit zu begleiten.
1,5/2,0Punkten

Der Aufbau/Die Nachvollziehbarkeit:

Alles, was in diesem Buch geschieht hat Hand und Fuß. Jeder einzelne Gedanke der Autorin und der Protagonisten ist verständlich, wenn man sich darauf einlässt in eine Zeit einzutauchen, in welcher man als heutige Frau nur fassungslos dastehen würde.
2,0/2,0 Punkten

Fazit:

Mit 9,5 von 10,0 Punkten vergebe ich eine eindeutige Leseempfehlung für alle diejenigen, welche gerne historische Romane mit pionierhaften Frauenfiguren lesen. Petra Durst-Benning schafft diese Gratwanderung mit viel Geschick zu meistern.
An dieser Stelle bedanke ich mich der Autorin Petra Durst-Benning und Ullstein Verlag für das zu Verfügung gestellte Rezensionsexemplar.

2 Sprünge

  1. Hallo Sarah
    mir hat das Buch auch extrem gut gefallen, die Geschichte des Velofahrens in Verbindung mit Frauenrechten fand ich sehr interessant.
    Hast du die zwei Nachfolgebände auch gelesen?
    Liebe Grüsse
    Anya

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    Antworten
    1. Hallo Anya,

      ich habe noch den Nachfolgeband (Die Champagnerkönigin) gelesen, kam aber bisher noch nicht dazu diesen hier auch auf meinem Blog zu bewerten. Jedoch hast du Recht, was die Frauenrechte angeht.
      Petra Durst-Benning schafft es nämlich auch in dem Band die Waage zu halten zwischen der Aufbruchsstimmung für neue Wege, und dass diese Frauen dennoch Kinder ihrer Zeiten sind. Dies finde ich generell sehr sympatisch, da der Zeitkontext immer wieder im Mittelpunkt steht und man dennoch bemerkt, dass die Frauenbewegung kein Hindernis darstellt.

      Den letzten Band habe ich aber leider noch nicht lesen können.

      Liebe Grüße
      Sarah

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