[Interview | Gewinnspiel] Julia Adrian über Die Dreizehnte Fee, sich und das Leben zum Welttag des Buches

Buchcover Die Dreizehnte Fee
Wer meinen Blog in den vergangenen Tagen verfolgt und mitunter meinen Twitter-Feed gelesen hat, der wird ganz genau wissen, warum ich genau dieses Buch zum Welttag des Buches verlose. Aber bevor ich euch in den Lostopf für dieses Buch springen lasse (meinen Dank an die Autorin, welche das Buch in der Printversion zur Verfügung stellt), bekommt ihr noch ein kleines Highlight, welches euch, wie ich hoffe, noch mehr in die Story rund um Die Dreizehnte Fee eintauchen lässt.

Wie entstand die Idee zu deinem Buch Die Dreizehnte Fee? Wie das Setting und wie die Figuren?

Die Idee kam durch meinen Sohn, dem ich jeden Abend ein Märchen vorlas. Erst die kurzen für Kinder, mit den großen Bildern, dann die längeren, abgeschwächten Versionen und letztendlich sogar die Originale. Und er fragte mich immer: „Warum ist die Hexe bei Hänsel und Gretel böse?“ „Warum die Königin bei Schneewittchen?“ „Was passiert mit denen?“ „Wo kommen die hin?“
Und ich begann Geschichten zu erfinden, Antworten, die für sein kleines Herz erträglich sind. Die Hexe fällt durch den Ofen in ein geheimes Hexengefängnis unter der Erde, wo sie so lange bleiben muss, bis sie wieder lieb wird – denn davon ist er überzeugt: selbst die Bösen können lieb sein, wenn sie nur wollen. Und das ist der Grundgedanke des Buches der Fee. Jeder hat eine gute Seite…
Die Figuren entstanden eher spontan, wenn auch mit viel Umsicht. Ich versuchte ihnen sowohl einen märchenhaften, als auch einen geschichtlich-mystischen Hintergrund zu geben, ja manchmal auch religiös. Die Giftmischerin ist sowohl Eva, als auch die Schlange, sie ist die böse Königin aus Schneewittchen und ein unschuldiges Kind. Die Meerhexe vereint die schaumgeborene Aphrodite/Venus mit dem Märchen der kleinen Meerjungfrau.
Das Land Pandora – nach der Büchse benannt, aus der alles Unheil kommt, aber auch die Hoffnung – ist in meinen Augen noch sehr vage beschrieben. Es gibt erst wenige Orte, die auf einer Landkarte zu finden sein könnten. Das wird in den nächsten Bänden mehr werden.

Musstest du für dein Debüt Die Dreizehnte Fee viel Recherche im Bereich der Märchen betreiben? Falls ja, wie sehr hat sich deine Sichtweise auf Märchen verändert?

Ich kannte schon einige Märchen, wenn auch bei weitem nicht alle. Ich las tatsächlich sehr viele und lese auch jetzt immer wieder welche, um neue Ideen und Anregungen zu finden, die ich mit einbauen kann um die Welt der Märchen realistischer, tiefgründiger und authentischer zu gestalten (so authentisch wie Märchen eben sein können).
Ich liebte Märchen schon bevor ich über sie schrieb. Der letzte Geburtstag meines Sohnes lief unter dem Motto und es gab ein Märchenquiz. Ich finde, Märchen sind heutzutage viel zu sehr in Vergessenheit geraten. Ja, einige sind sehr grausam und ja, Kinder kauen an ihnen, denken über sie nach, verarbeiten sie. Aber genau das ist es doch, was Märchen ausmacht. Sie regen die Phantasie an, die der Kinder und die der Eltern. Und gemeinsam diese Welt entdecken, erleben und verstehen, dass finde ich großartig.

Bleiben wir beim Thema Märchen. Was für einen Buchtipp kannst du (auch gerne etwas, worüber du bei deiner Arbeit gestolpert bist) in diesem Bereich geben?

Buchtipp. Ohje. Ich lese in letzter Zeit viel zu wenig. Und wenn, dann nur die Grimm‘schen Originale. Oder die von Andersen. Ich habe mir aber vorgenommen, als nächstes die Luna-Chroniken zu lesen. Danach die RecklessBände von C. Funke. Davon las ich erst das Erste. Ich kenne viel zu wenig aktuelle Bücher, die sich mit der Märchenwelt befassen. Vielleicht gut so, sonst hätte ich mich nie getraut darüber zu schreiben.

Jetzt einmal werden wir ein bisschen mehr auf dein Buch eingehen:
Warum hast du dich für das Publizieren auf/über Neobooks entschieden? Gab es einen besonderen Grund, warum du eher diesen Weg des etwas anderen Eigenverlags gegangen bist?

Ich hatte mich bei einer ganzen Reihe von Verlagen beworben, kleine, mittlere und sogar bei Carlsen-Impress. Zwei kleine waren an einer Zusammenarbeit interessiert und mit einem wäre ich sehr gerne gegangen, entschied mich dann aber doch für den Weg als Spler. Ich wollte unabhängig sein, Fehler machen dürfen, ohne jemandem Rechenschaft zu schulden. Von Neobooks hatte ich überhaupt keine Ahnung, bis Gwen (Jennifer Jäger, Anm. von ZeilenSprung) mich anschrieb und fragte, ob ich nicht Lust hätte, dort zu veröffentlichen. Ich denke es liegt vor allem an ihr und dem netten Kontakt, dass ich da gelandet bin. Sie hilft mir, unterstützt mich, organisiert mit mir eine Leserunde, vermittelt mir Kontakte. Es ist schön SPler zu sein, aber nicht ganz alleine dazustehen. Danke an Gwen an dieser Stelle!

Wie lange hat es gedauert, bis du aus der Idee, ein fertiges Buch bekommen hast, über das Lektorat, bis hin zum Medium und dem Aussehen so wie wir es kennen?

Für den Rohentwurf und die erste Überarbeitung brauchte ich vielleicht drei Monate. Danach lag es für einen Moment still auf meinem PC und durfte reifen. Danach begann die zweite, intensive Überarbeitungsphase. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich bereits die ersten Kontakte zu den Verlagen. Im März ging das Manuskript zu meinem Lektor. Mitte April waren wir mit zwei Durchgängen seinerseits und meinen Verbesserungen durch. Das Cover lief nebenher, genauso die Illustrationen. Insgesamt hat es also etwa ein halbes Jahr gedauert.

Werden wir nach der Reihe Die Dreizehnte Fee dich auch noch mit in eine andere Geschichte begleiten dürfen? Schwirren also noch mehr solche emotionale Geschichten über Menschen/Wesen in deinem Kopf umher?

Ja, absolut. Ich muss mich schon bremsen, nicht andere Geschichten niederzuschreiben, sondern mich jetzt völlig auf die Veröffentlichung der Fee 1 und das Schreiben von Band 2 zu konzentrieren. Ich habe auch drei Bücher auf dem PC, die in einem früheren Schreibstadium entstanden sind, mit ein bisschen Zeit und Überarbeitung aber auch ganz nette Bücher abgeben könnten. Mal sehen was noch kommt.

Mit Zweifeln und Scheitern, mit Veränderungen und Ähnlichkeiten hat so jeder seine Erfahrungen. Vor allem beim Schreiben. Sicher auch du? Darauf gehen wir jetzt mal ein bisschen ein.
Erinnern dich einige deiner Figuren an dich selbst oder Leute aus deinem Umfeld? Wenn ja: Findest du das Schrecklich? War es beabsichtigt? Wenn nein: Warum hast du genau darauf geachtet die Wesenszüge deiner Mitmenschen nicht mit einzubauen?

Tatsächlich passiert mir das sonst häufig. In den anderen Büchern fand sich meistens eine Freundin wieder, die ich auf Papier zum Leben und weiterentwickelte. Bei der Fee gibt es diesmal niemanden (Obwohl mein Mann behauptet der Hexenjäger zu sein). Ich denke die Vorlagen der Märchenfiguren und die tiefen Abgründe in die ich sie führte, erlauben es nicht, bekannte Personen mitzuverarbeiten.

Gab es Momente in denen du an deiner Story so sehr gezweifelt hast, dass es eine Schreibblockade zur Folge hatte? Wenn ja: Wie hast du sie überwunden? Wenn nein: Ganz sicher? Ja? Dann berate allen Zweiflern der Autoren dein Geheimnis.

Schreibblockaden – wenn es jemanden gibt, der das nicht hat, dann bitte, bitte, ich will das Rezept! Natürlich hatte ich auch das (Aktuell in Band 2 geht es mir wieder so, was vielleicht auch an dem Trubel der Veröffentlichung liegt). Ganz schlimm war es bei den Nixen. Ich hatte Elle gerettet. Die Fee hatte Elle gerettet. Und ich wusste nicht wohin mit ihr. Ich konnte doch schlecht ein kleines Mädchen durch das Buch schleppen? Und doch scheute ich vor der Konsequenz zurück. Es dauerte länger. Es wurde die einzige geplante Aktion im Buch. Ich setzte mich mit meiner Mama zusammen und sprach mit ihr über die Fee, über Elle, über die Rache und die Mission. Und dann, nach einigem Hin und Her ließ ich es laufen. Und es schrieb sich von selbst. Und ich überlebte. Obwohl ich mich selbst quälte.

In einer persönlichen Unterhaltung mit mir hattest du angedeutet, dass du Angst hattest zu sehr auf das Innenleben, auf die Zerrissenheit deiner Figuren einzugehen und dabei die Liebe zu wenig auftauchen zu lassen. Wir lesen zwar gerne Lovestorys, aber das ist ja nur ein kleiner Teil des Großen und Ganzen. Deswegen ganz kurz: Warum?

Es gibt Stellen im Buch, die sich sehr mit dem Sein und dem Nichtsein, der Reue, der Verantwortung, dem Schicksal und dem Sinn des Lebens beschäftigen. Ich wusste nicht, ob solche Themen das Buch irgendwann erdrücken würden. Ob es zu viel geworden war. Denn, das was wir lieben, ich und vielleicht auch viele Leser, ist die Liebe. Es ist die zärtliche Annäherung, die Spannung zwischen Fee und Jäger. Doch diese Zerrissenheit stand und steht den beiden immer im Weg. Mittlerweile weiß ich, dass es so sein muss, wie es ist. Denn diese Gedanken gehören zur Fee, genauso wie die Liebe. Es ist ein Teil von ihr. Und ohne, wäre die Liebe vielleicht nur halb so schön.

Und jetzt lassen wir all das mal hinter uns und reden ein bisschen über dich.

Was ist so das Highlight, wenn ein Leser eine Rezension (gut wie schlecht) schreibt. Kommt es für dich darauf an ihn in irgendeiner Weise zu berühren oder dass er sich mit einer ganz bestimmten Figur am Meisten identifiziert?

Ersteres ist mir wichtig. Ich glaube, die wenigsten finden sich in der Kinderfresserin, der Fee, dem Hexenjäger oder sonst wem wieder (Höchstens ranghohe Politiker und Wirtschaftler), aber ich möchte mit ihren Geschichten, mit ihrem Leid und ihrer Freude die Herzen der Leser berühren. Ich möchte sie Anteil haben lassen. Ich will Hoffnung wecken, gemeinsam trauern. Denn ich denke, das ist, was Bücher ausmacht: wir leben und leiden ein Stück weit mit. Wir tauchen ein, wir sind gefangen und selbst nach dem Buch, können wir unsere Gedanken noch nicht ganz von dem Gelesenen lösen. Und wenn ich das schaffe und ich das in den Rezensionen lese, dann bin ich glücklich.

Wie sieht dein Arbeitsplatz aus? Erzähle uns ein bisschen (gerne auch mit Bild), ob das Chaos regiert oder du alles beherrschst?

Ich arbeite am Küchentisch. Viel Papierkram, Zettelwirtschaft oder sonstiges gibt es dabei nicht, denn da muss regelmäßig gegessen, gemalt und gebastelt werden. Immer bei mir habe ich eine kuschelige Decke und ein paar Stabkerzen in leeren Weinflaschen, sowie ein Notizbuch, dass mir meine Schwester schenkte und in das ich spontanen Gedanken schreibe. Alles andere findet innerhalb des Laptops statt. Und dort – herrscht das absolute Chaos. Ich habe dutzende Versionen der Fee auf meinen Desktop. Manchmal ist es gar nicht so leicht, da durchzusteigen. Aber das Genie herrscht über das Chaos!

Dein Tagesablauf? Vor allem, wenn es ein Schreiballtag ist. Arbeitest du nebenbei? Wenn ja, möchtest du uns erzählen, wie du das unter einen Hut bekommen hast?

Meine Kinder sind eins und vier Jahre alt. Der Große geht in den Kindergarten, die Kleine ist mit mir zuhause. Mein Alltag ist beherrscht von Chaos. Verschlafen, zum Kindergarten hetzen, mit der Kleinen den Haushalt bekämpfen (ich räume Wäsche ein, sie räumt sie wieder aus), bis sie endlich um 11 Uhr ihren wohlverdienten Mittagsschlaf antritt und ich zwei Stunde Schreibzeit habe, ehe wir gemeinsam den Großen vom Kindergarten abholen. Danach kochen wir gemeinsam, spielen im Garten (ich versuche hin und wieder dabei zu schreiben, was sich als fast unmöglich herausgestellt hat), dann kommt der Papa und nach dem Abendbrot, wenn Ruhe einkehrt und die Kinder in ihre Träume abtauchen, versinke ich vor dem PC. Leider bis viel zu spät in die Nacht, was morgiges Verschlafen mit sich bringt.

Und ganz zum Schluss kommt der Soundtrack , den du beim Schreiben gehört hast. Welche Lieder/Bands/Instrumente haben dich zwischen die Zeilen begleitet?

Die meiste Zeit lauschte ich den Klavierklängen von Yirumas „River Flows In You“, aber auch verschiedenen Epic-Soundmixen auf Youtube. Alles ohne Gesang wirkte auf mich entspannend. Wenn jemand sprach, sang oder ähnliches, konnte ich mich nicht konzentrieren.


An dieser Stelle danke ich noch einmal der Autorin, welche sich meiner spontanen Idee angenommen und diese Fragen beantwortet hat. Ich denke, dass wir nun nicht nur einen Einblick in die Entwicklung ihres Debüts hatten, sondern auch die Autorin ein bisschen mehr kennen lernen konnten.


Und jetzt, jetzt gibt es etwas zu gewinnen! Ganz egal, auf welcher Seite ihr steht, ob Böse und Gut sich im ewigen Kampf zu besiegen versuchen, wir werden erst einmal die Gesichte der Dreizehnten Fee bestaunen können.

Und alles was ihr tun müsst? Euer Lieblingsmärchen vielleicht? Nein, ich denke nicht, dass ich es euch dieses Mal so einfach mache ;)
Im roten Text findet ihr schwarze und dicke Buchstaben, welche aneinander gereiht etwas ergeben, was mit diesem Thema zu tun hat.

Dieses schickt ihr mir bitte per Mail an ZeilenSprung.Literatur.erleben[at]gmail.com mit dem Betreff Gewinnspiel #1.
Ja, es wird noch ein paar mehr Gewinnspiele geben ;) die erfahrt ihr im Verlaufe des Tages.


Rechtliches

  • Teilnahme am Gewinnspiel ab 14 Jahren mit Einverständnis der Erziehungsberechtigten
  • Versand der Gewinne nur innerhalb Deutschland, Österreich, Schweiz
  • Das Gewinnspiel kann unsererseits ohne Angabe von Gründen abgebrochen werden und es besteht kein Anspruch auf vorzeitige Gewinnausschüttung 
  • Keine Barauszahlung der Gewinne möglich
  • Datenschutz: Adressen werden direkt nach dem Gewinnspiel gelöscht 
  • Keine Haftung für Postversand
  • Die Gewinner werden hier bekannt gegeben und benachrichtigt
  • Mit Teilnahme stimmt ihr diesen oben gennanten Dingen zu
  • Das Gewinnspiel beginnt am 23.04.2015 00:02 Uhr und endet am 30.04.2015 um 23:59 Uhr

4 Sprünge

  1. Cool, ich habe mein Glück versucht ^^

    Ich hoffe, du hattest einen frohen Welttag des Buches!
    LG, Mary <3
    http://marys-buecherwelten.blogspot.de/

    P.S.: marysol.fuega@gmail.com

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  2. Huhu,
    ich habe mein Glück auch mal versucht :D
    Hast du den Welttag des Buches, denn auch mit einem guten Buch verbracht? Ich hoffe es!
    Vielleicht hast du ja auch mal Lust bei mir vorbei zu schauen:
    buecherstoeberecke.blogspot.de

    Liebe Grüße,
    Ronja
    post_fuer_ronja@web.de

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    1. Hi, habe mein Glück mal versucht. Danke für das schöne Interview :)

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  3. Ich habe auch mitgmacht :-) und wünsche allen viel Glück.

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