[#girlonthetrain] Leseabschnitt 5: Seite 366 - Ende


So, jetzt geht es auf zum letzten Abschnitt. Eines sei gesagt: Vermutungen, die sich als wahr beweisen, stimmen den Leser zwar froh, aber auch zum Teil frustriert. So fühle ich mich.
Wieso? Das lest nach dem Jumpbreak.


Wenn man nicht in einer Leserunde ist, werden nicht so viele Fragen aufgeworfen, man liest, lässt sich treiben, denkt nach, ermittelt und kommt dann zum Schluss, dass es stimmen muss.
Tom, ein Fremdgeher, der Frauen schlecht macht. Ja, der perfekte Kandidat, den man verdächtigt. Zu schnell (kurzer Überblick, dass mit Megan eine Affäre hatte, dass war einem klar, sie hat Liebe und Halt gesucht. Er den Sex.) und dennoch ermittelt man in andere, meist skurrile Richtungen. Klar, dass man am Ende enttäuscht ist, wenn man Tatverdächtigen von Seite 71 bis 77 dann doch diesen anhängen kann.
Es hat zur Figur gepasst, ohne Frage, aber es war zu einfach. Zu konstruiert. Er ist geboren dafür, wenn man bedenkt, wie er Rachel anschnautzt, nichts unternimmt und Anna dabei was vorspielt.


Anna


Seite 366 bis 375

Samstag, 17. August 2013 bis Sonntag, 18. August 2013
Bruch im Gefüge: Der Abend wird zuerst beschrieben, worauf ein Frühmorgens folgt. Der Zug von außen bringt nicht nur Misstrauen hinein.

Ihre Bemühungen sich Rachel vom Leib zu halten, weil sie es angeblich ist, die ihren Tom von dem abhält was wichtig ist. Sich und ihr Kind. Doch sie scheint zu vergessen, dass er schon einmal fremdgegangen ist, mit einer Frau, die Rachel nicht kannte. Also warum denkt sie nur, dass es Rachel wäre, die er in einem Hotel wie dem Swan trifft? Nein, ich kann mir nicht vorstellen, dass es Rachels Stimme ist, die dort aus dem Handy kommt. Nein, das wäre zu einfach. Eine passendere wäre, dass es Megans ist, die Anna natürlich erkennt.




Rachel


Seite 376 bis 379

Sonntag, 18. August 2013 bis Sonntag, 18. August 2013
Bruch im Gefüge: Frühmorgens wird beschrieben. Der Zug von innen, hält ihr das vor Augen, was sie eigentlich schon immer wusste.

Das Traumgebilde, welches sich vor ihr zusammenfügt, ist so, wie man es vermuten kann, wenn man davon ausgeht, dass Megan die Babysitterin war und Tom ein Mann, der schon einmal eine Frau wegen Sex betrogen hat.
Und das Megan zum Teil in ihrer Sitzung nicht nur von Scott sondern auch von Tom sprach, lässt Rachel damit anklingen, dass Tom all ihre Erinnerungen benutzt hat, um sie an sich zu binden, um sie emotional unter Druck zu setzten.




Anna


Seite 380 bis 381

Sonntag, 18. August 2013 bis Sonntag, 18. August 2013
Bruch im Gefüge: Frühmorgens wird erzählt. Der Zug von außen, lässt erahnen, dass dieser nicht anhalten wird.

Noch immer in Rage, nicht glauben wollend, dass sie es ist, dass Megan, ihre Babysitterin es war, mit der Tom sich traf. Und dann natürlich, warum sollte sie es wegschmeißen, wenn es Rachels wäre? Sie wollte doch Beweise gegen sie sammeln. Viel wahrscheinlicher ist, dass sie ihren Mann jetzt zu decken versucht.



Rachel


Seite 382 bis 383

Sonntag, 18. August 2013 bis Sonntag, 18. August 2013
Bruch im Gefüge: Nur Morgens wird geschildert. Der Zug von innen versucht sich im Gefühlsleben einzubauen, anderen zu helfen, selbst wenn man ihn nicht leiden kann.

Sie will helfen. Sie will der verhassten Anna helfen, die ihr das Leben zur Hölle gemacht hatte. Ein edler Zug, eine edle Tat, wenn man bedenkt, was Rachel alles wegen ihr erleiden musste.




Anna


Seite 384 bis 392

Sonntag, 18. August 2013 bis Sonntag, 18. August 2013
Bruch im Gefüge: Nur Morgens wird geschildert. Der Zug von außen lässt es kalt werden und dennoch versucht er die Anklage mit sich weit fort zu nehmen.

Die Eltern, die sich nie blicken lassen, kommen zur Sprache. Hat es sie nie in der Ehe interessiert, die Familie selber eingeladen, um zu sehen, ob sie nun doch kommen und sich freuen. Über eine Ehefrau, über einen Enkel? Ist ihnen nie die Widersprüchlichkeit aufgefallen, welche er in seinen Worten trug, wenn er Rachel oder irgendeine andere Frau am Telefon hatte, so mitten in der Nacht? War es zu schwer gewesen seinen Kopf einzuschalten und nicht blind vor Liebe zu sein?
Und auch, wenn diese Wendung zu schnell, zu plötzlich kam, bleibt zumindest das bestehen, dass Anna Rachel nicht unbedingt leiden kann. Zumindest ein Pluspunkt in den vergangenen Kapiteln, die eher scheinen, dass sie schnell zu Ende gebracht werden wollen. Und leider wird das Offensichtliche eintreten. Tom. Leider. Denn ihn wird man auch verdächtigen, öfter als einem lieb ist, wenn man nicht so sehr auf seine Gedanken achtet wie in dieser Leserunde/wie an diesem Lesetag.




Megan


Seite 393 bis 408

Freitag, 12. Juli 2013 bis Samstag 13. Juli 2013
Morgen und Abend wechseln sich wie Protokolle ab. Der Zug von außen lässt neues Leben entstehen und doch kommt man jeden Herbst an verwelkten Blumen vorbei.

Megan handelt wie die meisten Frauen. Freudig und mit voller Erwartung. Dem Kind entgegen. Und sie ruft ihren Therapeuten an. Den, mit dem sie keinen Sex hatte, aber eine Verbindung spürt. Eine solche spürt, so dass er sie küsst. Der Kuss, den Rachel sieht.
Und auch der Streit, der, bei dem der Leser manchmal denkt, dass Scott es ist, der sie umbringt, ist nichts als eine übliche, männliche Aggression. Dass Scott wusste, dass Megan ihm untreu war, ließ ihn vermutlich besser mit ihr abschließen, vor allem, nachdem sie einfach so abgehauen ist. Und dennoch sieht man nicht, bemerkt man nicht in ihrer Sicht, warum er es nun tat.




Rachel


Seite 409 bis 417

Sonntag, 18. August 2013 bis Sonntag, 18. August 2013
Bruch im Gefüge: Nur Nachmittags wird geschildert. Der Zug von innen, schlittert auf eine rote Ampel zu und lässt erahnen, dass es nur im Chaos enden kann.

Rachel konfrontiert, während Tom versucht wieder einmal zu manipulieren und zu erpressen. Emotional zu erpressen, sie nieder zu machen. Er spielt mit der Liebe, lässt Anna, die so an ihn gebunden ist, kaum zu Wort kommen. Er brauchte es, wollte Dampf ablassen. Es wäre nichts gegen sie, selbst als Megan noch im Haus gearbeitet hat.




Megan


Seite 418 bis 421

Samstag, 13. Juli 2013 bis Samstag, 13. Juli 2013
Bruch im Gefüge: Nur Abends wird geschildert. Der Zug von außen nährt sich der Endstation, geht auf seine letzte Fahrt.

Während Megan versucht Tom klar zu machen, ist er wie der typische Arsch, der schon immer versucht hat alles zu kontrollieren, alles herabzuwürdigen. Und schließlich ist das, was auf Seite 9 passiert eingetreten. Wie zu erwarten, dass er sich sein Leben nicht von jemanden wie ihr kaputt machen lassen würde.




Rachel


Seite 422 bis 430

Sonntag, 18. August 2013 bis Sonntag, 18. August 2013
Bruch im Gefüge: Nur Nachmittags wird geschildert. Der Zug von Innen explodiert.

Das bizarre Bild aus dem Vorhergegangenen setzt sich fort. Der Alltag scheint wieder eingekehrt zu sein. Keine Wut, kein Mord, kein Totschlag. Berechnete Kühle.
Dennoch schafft er es sich in Rasche zu reden, alles auf Rachel zu schieben, dass Megan noch leben würde, wäre Rachel nicht zur falschen Zeit am falschen Ort gewesen.
Scheibt alles auf die Frauen, die ja nicht verstanden, dass er und nur er das Anrecht auf ein gutes Leben haben, mit Familie, mit Sex und mit Geld.
Die Stimmungsschwankungen, die Art wie er erzählt, wie er umschalten kann, von wütend auf schöne heile Welt, lässt einen erahnen, dass er weit ab von Gut und Böse ist. Weit ab von dem was normal ist, eher ein Psycho- oder Soziopath.




Anna


Seite 431 bis 433

Sonntag, 18. August 2013 bis Sonntag, 18. August 2013
Bruch im Gefüge: Nur Abends wird geschildert. Der Zug von außen fordert eine Entscheidung zum Einstieg.

Anna steht vor einer Entscheidung. Vor einer, die sie mit besten Wissen und Gewissen machen muss. Und das Telefon in ihrer Hand. Der richtige Moment muss kommen.




Rachel


Seite 434 bis 446

Sonntag, 18. August bis Dienstag, 10. September 2013
Bruch im Gefüge: Zuerst wird der Abend geschildert, um dann wieder seine normale Bahn zu nehmen.
Der Zug von innen muss sich vorankämpfen, muss zu einem neuen Angriff ausholen.

Rachel spielt wie er, um ihn zu verwirren, um gute Miene zum bösen Spiel zu machen. Ein Kampf, den nur einer gewinnen kann. Leben oder Tod.
Der für die Ehefrauen gut ausgeht. Und dann um ebenso kalt auf dem Sofa zu sitzen, in aller Herr Gottes Stille abzuwarten, bis sie alle kommen. Auf dem Sofa sitzend, mit starrendem Blick. Während beide am Tod ihres (Ex)Ehemannes Schuld waren.
Megan, neben ihrer Tochter, den Frieden findend, während andere noch danach suchen und diesen wohl nie erreichen werden.

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