[Rezension] Miese Opfer von Silas Matthes

Miese Opfer bei Oetinger


PRODUKTDETAILS:

Titel: Miese Opfer
Reihe: -
Autor: Silas Matthes
Genre: Realistisches Jugendbuch
Herausgeber: Oetinger34 (ein Imprint der Verlagsgruppe Friedrich Oetinger GmbH)
Erscheinungstermin: 17. Juli 2015
Sprache: Deutsch
ISBN: 978-3-95882-014-2
Format: Hardcover
Seitenzahl: 192 Seiten

PRODUKTINFORMATIONEN:

Kurzbeschreibung:
Und wenn du dich wehrst, wie weit wirst du gehen?

Sommerferien. Zwei beste Freunde. Comics, Computerspiele, Musik und Mädchen. Und dann kommt der erste Schultag und bringt das Monster zurück. Wie viel hält man aus, ohne sich zu wehren und wenn man sich wehrt, wie weit geht man? Immer enger windet sich die Spirale der Gewalt.

Der Verlag über das Buch:
Authentisch. Literarisch. Ein außergewöhnliches Debüt zum Thema „Mobbing“. Beklemmend realistisch und zugleich witzig und leicht erzählt der 22-jährige Autor eine Geschichte über Peinigung, Macht und Kontrolle. Ein Roman von inhaltlicher und sprachlicher Wucht.


DIE BEWERTUNG

Meinung:
Mit authentischer und zugleich literarischer Sprache wird einem ein beklemmendes Bild einer Thematik gezeigt, die einen nicht loslässt.

Das Cover/Die Gestaltung:
In der Mitte, kaum zu übersehen zeichnet sich der Titel wie hingemalt ab. Nicht zuletzt die vielen Fische mit den spitzen Zähnen geben das Hauptaugenmerk auf die Mitte des Covers. Lässt erahnen, lässt fühlen und vielleicht auch wissen. Wissen, dass in diesem Buch es um ein Thema geht, welches zwar oft erzählt, aber keineswegs langweilig ist. Die beiden Silhouetten, welche im oberen, weißen Teil auftauchen, wirken durch ihren Minimalismus dennoch oder gerade deswegen überzeugend.
Mit diesen Elementen wirkt das Cover zwar einfach gehalten, aber dafür nicht überfrachtet. Es legt auf das Wert, auf was es Wert legen soll. Und überzeugt mit dieser Taktik.
2,0/2,0 Punkten

Die Sprache/Der Satzbau:
Silas Matthes ist nahe am Leser und dabei dennoch literarisch. Er benutzt die Alltagssprache, lässt die Figuren nicht geschwollen daher reden und zeichnet dennoch mit Worten Bilder in den Kopf des Lesers, die alles andere als Alltag sind. So lässt man sich in die Welt der Figuren hineinziehen, folgt ihren erdrückenden Gedanken und nimmt sich ihrem Schicksal an. Alles andere als alltäglich und dennoch nahe an der Wirklichkeit. Mit dieser Mischung gelingt es dem Autor geradezu schnörkellos Begebenheiten zu erzählen und Gefühlen ein Bild zu geben.
2,0/2,0 Punkten

Die Figurentiefe/Die Figurenentwicklung:
Sie sind komplex wie das Leben selbst, wenn auch mit den üblichen Definitionen, die sich auf ihr Sein auswirken, sie zu dem machen, was wir lesen. Dennoch bleiben die Figuren nicht hinter dem Berg, verändern sich, passen sich an. Und wo noch das kopfducken war, wird bald ein Blick sein, der gezielt töten würde können. Mit diesen Elementen werden die Figuren nicht in den vorgegebenen Mustern bleiben, sondern sich wehren, einsehen und trauern. Gefühle wie Wut, Angst, Trauer, Hass und Genugtuung werden einen begleiten, wie die Entscheidungen, welche zu dem Endergebnis führen.
2,0/2,0 Punkten

Der Plot/Der Geschichtsverlauf:
Begibt sich auf eine Reise die realistisch und bisweilen beklemmend wirkt. Wir erfahren von den Träumen, von den Wünschen, den Missgeschicken und den Verletzungen der beiden Hauptprotagonisten. Vor allem aber, wie es sich anfühlt, dass man von jemanden so geächtet wird, dass man ihm am Liebesten tot sehen würde. Silas Matthes nimmt kein Blatt vor den Mund, zeigt auf, dass hin und wieder selbst die Mitschüler einem nicht helfen und die Lehrer alles andere als ideale Vorbildfunktionen sind. Mit diesem Realismus muss man manchmal umgehen lernen, manchmal aber versucht man die Figuren anzubrüllen endlich das zu tun, was längst getan werden musste. Sich zu wehren, egal auf welche Weise. Denn wie das Cover auch zeigt, ist dieses Thema eines, bei welchem es um das Fressen und Gefressen werden geht. Manchmal hilft nun einmal nicht mehr das Reden, manchmal kann man nicht anders als aus sich heraus zu wehren, wie im Affekt.
Genau diese Mischung, die der Autor ohne Vorurteile aufzeigt, lässt eine Vielschichtigkeit zu, die bedrückend und zugleich spannend ist. Einem mittrauern und ja selbst die Wut in einem aufschäumen lässt.
2,0/2,0 Punkten

Der Aufbau/Die Nachvollziehbarkeit:
Während die Figuren in ihrem Sein gefangen sind und erst durch die Geschichten der anderen dazu animiert werden sich weiter zu entwickeln, gibt dem Ganzen eine erschreckend genau Anschaulichkeit, die keineswegs dem Realismus nachsteht. Sie beschönigt nicht, sie malt aber auch nicht alles Schwarz und Weiß. Sie zeigt auf ohne zu verurteilen und gibt Denkanstöße. Lässt einem Mitfühlen und auch Miterleben. So bahnt sich der Höhepunkt gemächlich an, lässt aber viel Raum für die Figuren und gibt Momente vor, die keineswegs nur zum Schmunzeln sind. Nein, sie lassen einem nicht los, weil man weiß, wie schmerzhaft gewisse Erfahrungen sind, dass ein PUCK einem ebenso mitnehmen kann, wenn nicht sogar mehr als irgendetwas anderes. So, dass man schließlich weiß, dass ein Messer zwar falsch wäre, aber keineswegs eine schlechte Alternative.
2,0/2,0 Punkten

Fazit:
Mit 10,0 von 10,0 Punkten vergebe ich all denjenigen die Leseempfehlung, die nicht vor einem realistischem Jugendbuch wegschrecken, welches zugleich brutal ehrlich, wie auch vollkommen ergreifend ist. So werden die Figuren keineswegs in Schwarz und Weiß eingeteilt, sondern ihnen werden die Mittel und Wege offen gelassen sich zu entscheiden, ihre Handlungen zu überdenken oder einfach nur zu reagieren.
An dieser Stelle danke ich dem Team vom Oetinger34 Verlag für das zur Verfügung gestellte Rezensionsexemplar.
Gerne verweise ich auch an dieser Stelle nochmals auf mein Leserprofil bei diesem Projekt des Friedrich Oetinger Verlags, bei welchem ich nicht nur in die entstehenden Projekte Einblick habe, sondern mit meinen Rezensionen auch den Autoren helfe.

Keine Kommentare:

Verfasse jetzt deinen Sprung!

Werde auch du zum ZeilenSpringer!

Ihr wollt mit uns zwischen die Zeilen springen? Dann hinterlasst uns einen Kommentar und werdet Teil der ZeilenSpringer.

Related Posts Plugin for WordPress, Blogger...