[Persönllich | Montagsfrage] Montagsfrage #1: Wie schafft es eine Hauptfigur, sich bei dir unbeliebt zu machen?



Montagsfrage bei Buchfresserchen

Kennt ihr das? Eine Geschichte ist an sich wunderbar ausgearbeitet, alles stimmt, aber die Hauptfigur(en) geh(t)en euch so mit ihrer Art oder ihrem Handeln auf die Nerven, dass ihr das Buch am liebsten weglegen würdet?

Ich kenne das zur genüge. Meist jedoch ist es bei mir ein Zusammenspiel von Figur und die Ausarbeitung der Geschichte. Beides wirkt ohne einander so oder so nicht, weswegen es bei mir Hand in Hand geht.
Dennoch stören mich zeitweise gewisse Dinge an Figuren, die ich euch heute in meiner 1. Montagsfrage beantworten werde.

  1. Klischees. Nichts ist schlimmer als Figuren, die von vielen Klischees bedient werden, die man auftreiben kann. Jungfrau, hat sich nicht einmal selbst angefasst (zum herausfinden, was einem gefällt), tollpatschig und dazu mit einem Selbstbewusstsein versehen welches kaum vorhanden ist? Und dennoch wollen alle Männer sie, ja genau sie und das, obwohl sie sich für hässlich hält?
    Sorry,Nein, dies geht bei einer weiblichen Hauptfigur gar nicht und führt dazu, dass ich mich mittlerweile durchquäle.
    Und auch die männliche Hauptfigur ist bei mir ungern gesehen, die etliche Klischees bedient. Männlich, gutausehend, dominant und ein Bad-Boy? Gerne, aber nur, wenn das auch wirklich so herüber kommt. Kommen wir nämlich gleich zum zweiten Punkt.
  2. Vermeintliche "Bad-Boys", die wahlweise dominant als auch Player sind, dann aber meinen, man wäre nicht gut für die Auserwählte (Jungfrau oder schüchterne Person) und rät ihr ab sich auf eine Beziehung einzulassen.
    Ehrlich? Schon mal einen wirklich schlimmen, schlimmen Jungen gehabt? Und hat er euch gefragt, ob es euch gefällt, wie er euch behandelt? Entschuldigt er sich bei euch (außer in der Klein-Mädchen-Fantasie) für seine Art, indem er meint, dass er nicht gut genug für euch ist, dass er ja so "bad" ist, alles flachlegt was nicht bei drei auf den Bäumen ist und trotz der Anziehung sich von euch fernhält?
    Solche Kerle sind mitnichten so. Nein, richtige Bad-Boys nehmen sich was sie wollen. Nicht charamnt und Gentelmenlike, ich weiß, aber Realität sollte nicht mit Traum verwechselt werden. Weswegen wir zum dritten Punkt übergehen.
  3. Männerfiguren, die so weiblich und schnulzig klingen, sodass man es ihnen anmerkt, dass Frauen ihre Fantasien beim Schreiben loswerden. Klar, es gibt auch den romantischen Kuscheltypen, der auch mal irgendeine Schnulze mit euch schaut und gewiss hin und wieder eine Liebesbekundung von den Lippen lässt. Aber manchmal wünschen sich scheinbar viele Autoren der weiblichen Gattung den verständnissvollen Kerl zum Shoppen, den wilden Kerl im Bett (und bloß nicht sanft, nein, ich will ja auch wissen, dass ich sexuell begehrt werde, und nicht nur für Kinder, Haushalt und fürs Kochen zuständig bin, neben dem guten Aussehen, welches ich auf Banketten des wahlweise reichen bis superreichen Kerls abgebe) und den freundschaftlichen Mann zum Pferde stehln.
  4. Auf Nummer vier verbirgt sich daher das Muster der willkührlichen Charaktereigenschaften. Natürlich hat ein Mensch mehrere Facetten. Doch diese bauen zumeist aufeinander auf, weswegen mir Figuren auf den Geist gehen, die sich nach Lust und Laune des Autors anpassen muss, ohne wirklich auf das zu achten was die Figur will und was zu ihr passt.
  5. Nummer fünf ist dahingehend interessant, dass ich Figuren nicht ausstehen kann, die ihren Prinzipien nicht treu bleiben. Klar, auch ich bin sprunghaft, an manchen Tagen mehr, mal weniger. Doch zum Beginn der Story felsenfest zu meinen, dass man es ziemlich daneben findet zu heiraten und dann den nächstbesten nimmt, in den man sich verliebt, um Hals über Kopf eine Familie zu gründen? Sehr seltsam ist, dass vor allem verucht bodenständig gehaltene Figuren in diese "Hochzeitsfalle" hineintappen. Sie sind so für Frauenrechte und gegen die Ehe, dass sie in dieser nur Pflichten als Hausfrau und Mutter in Anspruch nehmen.
    Was für ein herrliches Rollenbild. Gerne noch in vielen vorhanden, trotz der gesagten Offenheit. Aber wehe es kommt ein Mann, bei dem man Schmetterlinge im Bauch hat. Auf der Stelle heiraten, Kinder bekommen und die Arbeit aufgeben, um den Haushalt zu führen.
  6. Auf Nummer sechs befindet sich das Thema der logischen Entscheidungen. Wenn Figuren nicht dahinter kommen, was der Leser schon von Beginn an weiß, ohne, dass es offensichtlich ist, lässt mich manchmal nicht nur an der Intelligenz der Figuren zweifeln, sondern auch am Plot und dem einfach strukturiertem Aufbau der Story.
  7. Jeder liebt Romantik. Aber in Maßen. Nicht in Massen. Figuren, die verträumt sind und ständig nur an Ehe, Kinder und Ehemann denken und dennoch eigentlich Karriere machen wollen (ja auch auf Nummer fünf bezogen), sind bei mir auch ungern gesehen.
  8. Nicht gut durchdachte und rechacheierte "Schicksalsschläge" sind bei Figuren, die den "Bad-Boy" spielen oft und gerne verbreitet und spielt auch in Nummer zwei und vier mit hinein. Als würde der Tod der Eltern und eine Sucht alles erklären. Oder das Verlassen-Werden von der ersten Liebe. Natürlich ist vieles schlimm, jeder geht mit so etwas anders herum, aber vor allem beim Alkoholismus wird sehr schludirg mit dem Krankheitsbild umgegangen. Man will ja nicht zu viel machen. Aber ganz ohne geht es auch nicht. Also ein paar Bier (zwei bis drei) und dann eine halbe Flasche von irgendetwas. Es gibt viele Arten von Alkoholikern, doch garantiert werden das einige als Frühstück ansehen, keineswegs zum wegdriften.
  9. Die Frau, die sich nicht selbst helfen kann. Ganz schlimm und dazu brauche ich nichts zu erwidern, hoffe ich einmal.
  10. Zu guter Letzt kommt dann noch die bewusst anders angelegte Figur. Ja auffallen, am besten mit Klischees. Solche Figuren bleiben als Witzfiguren in meinem Gedächtnis und sind ganz vorne bei meinen unbeliebten Figuren dabei.

Ich weiß, es sind viele Dinge, die Figuren zu einer langweiligen Figur werden lassen. Was meint ihr, bin ich zu wählerisch? Oder nur kritisch?

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