[Blogtour | Gewinnspiel] Blogtour Herz Slam Tag 4 ~ Vorurteile

Edit 03. November 2015, 11:20
Bitte nehmt nicht an an der Gewinnspielfrage teil. Aufgrund von Differenzen wurde mein Beitrag aus der Blogtour entfernt. Den heutigen Beitrag, der diesen hier ersetzen soll, enthalte ich euch nicht vor. Hier entlang: Manjas Bücherregal.
Natürlich könnt ihr hier weiterhin den von mir erstellten Beitrag lesen.

Hallo ihr Lieben!

Es ist wieder so weit. Eine neue Blogtour ist gestartet. Über ein Buch, in dem nicht nur mein heutiges Thema vorkommt, sondern das auch ganz Jugendspezifisch sich mit der Liebe, mit dem Poetry Slam und der Schule beschäftigt. Wie, was wo? Worum geht es denn noch?
Eine kleine Buchvorstellung hat uns Bianca von Bibilotta gegeben. Schaut doch nochmals dort rein, wenn dieser Beitrag hier euer erster Blogtourstopp sein sollte!
Nun aber aussteigen und den Aufenthalt auf meinem Blog genießen, denn ich schreibe über ein Thema, welches uns alle etwas angeht.


Vorurteile


Sie sind lästig, sie beruhen auf Angst, weisen wenig Auseinandersetzung mit dem vorverurteilten auf und sind eigentlich nicht mehr wegzudenken.

In Zeiten von PEGIDA und all den anderen Anti-Asyl und Anti-Multikulti ist dieses Thema nicht nur in der Schule wichtig. Nein, auch humane Hintergründe können die Beseitigung von Vorurteilen haben.
Doch, bevor ich mich jetzt zu stark auf das Thema Pro-Asyl stürze, welches nun nur den Aspekt der Vorurteile mit dem Buch verbindet, bleibe ich bei dem, was sich wirklich im Buch manifestiert.




Hauptschüler sind welche, die sich wirklich nicht anziehen können und keinerlei Bildungsniveau haben


Oh ja, die lieben Hauptschüler. Und oh ja, diese lieben Vorurteile. Sind sie nicht schlimm? Einen Menschen nach dem Äußeren zu bewerten? Ich denke, dass kennen nicht nur die, die zur Hauptschule gegangen sind. Ich denke, dieses Thema mit dem Äußeren, mit der Kleidung, das kennt jeder.
Oder? Hab ich Recht? Zieht ihr einen zu kurzen Rock an, ein zu ausgeschnittenes Shirt, werdet ihr als Schlampe oder Schulmatratze bezeichnet. Zeigt ihr hingegen so wenig Haut, stellt man euch als verklemmt hin. Habt ihr zerrissene Jeans, dann seid ihr entweder zu arm um sich anständige Klamotten zu leisen oder achtet einfach nicht auf euer Äußeres.
Doch was steckt Alles wirklich dahinter?
Wenn ihr nun dem ersten Link zu Bianca gefolgt seid, dürftet ihr ja nun wissen, dass die Hauptfiguren Gymnasiasten sind, dem Slamen verfallen und natürlich (wie ihr im Interview mit dem Autoren Jaromir Konecny bei Manja von Manjas Buchregal lesen konntet) sehr wohlbehütet aufgewachsen sind.



"Hauptschüler sehen älter aus. Das ist normal. Sie müssen schon im Kindesalter arbeiten, rauchen, trinken und harte Drogen nehmen. Die Jungs werden geschlagen, die Mädchen vergewaltigt ..."
(Herz Slam, Seite 65 Zeile 3 bis 6)
Okay, wenn ich ehrlich bin, dann war ich wirklich geschockt von Sofies Aussage, ob sie nun im Ernst oder im Scherz gesagt hat. Denn wahrlich (und entschuldigt, dass ich das jetzt damit vergleiche, aber ein besserer Vergleich ist mir jetzt nicht auf die Schnelle eingefallen!), diese Aussage könnte auch von der AfD stammen, mit den Worten "Asylanten vergewaltigen junge Mädchen unseres Kulturkreises!". Es ist so widersinnig, aber ja, ja, so ensteht Angst, so entstehen Vorurteile. Welche dann die ganz bestimmte Gruppe manchmal auch nicht los bekommt und gar nichts für diese unüberprüfte Tatsache können. Sie wurde ganz einfach so in die Welt gelassen, dahin gestellt und trifft nur auf wenige, keineswegs auf alle zu. (Und da spreche ich wirklich aus Erfahrung, wenn man sich meinen Werdegang ansieht.)
Kaum passiert etwas, wird erstmal in dieser „Region“ geschaut.

Leider bekommen wir immer noch oft vorgelebt, wie die Welt sich in eine Klassen/Schubladengesellschaft verwandelt.

"Das heißt jetzt Mittelschule, damit die Hauptschüler sich nicht mehr wie die Idioten der Nation fühlen", meint Papa. "Reiner Etikettenschwindel!"
(Herz Slam, Seite 55 Zeile 10 bis 12)

Also, würde man faktisch das Eins zu Eins übersetzten, was Leas Vater so von Hauptschülern hält, dann würde nur ein Wort heraus kommen. "Dumm". Aber sind denn alle so dumm? Bevor ich euch etwas aus dem Nähkästchen plaudere, verweise ich mal auf den Beitrag von Morgen bei Verena von Books And Cats, wo ihr eine Umsetzung mit ihrer Klasse finden werdet, die sich wohl bei diesem Zitat genauso angegriffen fühlen werden, wie ich es tue. Oder sie es auch gerne anders interpretieren können, dass der Vater damit die Beschönigung der harmlosen Worte meint, als die Reformation eines längst überholten Systems.

Es gibt solche und solche Problemschüler. Probleme sind vielfältig, wie ein Name, wie das Aussehen, wie die Geschmäcker. Und so können diese Problemschüler wirklich die wirklich krasse Form haben, dass sie aufmüpfig, unerziehbar und auch vom Elternhaus aus nicht unbedingt viel Potenzial mitbringen. Natürlich variiert auch diese Behauptung, denn ich kannte da jemanden in meiner Schulzeit, der hat viel Potenzial mitgebracht, geriet jedoch auf die falsche Bahn durch die falschen Freunde, durch die Demotivation von Lehrern aus der Grundschule. Dann gibt es diejenigen, die Behinderungen haben. Diese kommen, je nach Grad auch mal nicht in die Sonderschulen, da ihnen ja auch ein Menschenwürdiges Leben mit Integration und Teilhabe am Sozialen gewährt werden soll. Und dann gibt es auch Hauptschüler, wie ich einer war. Hippelig, bisweilen verträumt und mit Zahlen kaum etwas im Hut. In der Grundschule war ich nicht wirklich die Musterschülerin, ich habe mich lieber draußen aufgehalten (Oh man, wie sich die Zeit ändern, nicht wahr?), wurde schnell abgelenkt und die deutsche Sprache, ja, sie war nicht gerade ein offenes Buch für mich.
Und dann kam sie, die Demotivation (Aus welcher mich im Übrigen Harry Potter retten konnte!), die Lehrerin aus der Grundschule die meinte, ich würde niemals und nie einen wirklich richtigen deutschen Satz zustande bekommen.
An dieser Stelle sei gesagt: Ich bilde Worte, reihe sie mittlerweile sogar zu juristischen Gutachten zusammen, was diesem Schreiben, wie ihr es von mir hier lest, sich ganz unterscheidet. Ich kam auf die Hauptschule, mit vielen anderen, weil wir Defizite haben. Defizite im Lernen, Defizite im Verhalten, Defizite im Elternhaus. Es ist ja nicht so, dass man mit genügend Förderung auch einen anderen Abschluss schaffen kann. Nein, das ist ja nicht so, dass, wie bei mir, die deutsche Sprache ebenso ein Steckenpferd von mir sein konnte. Nein, dies wurde natürlich nicht gesehen.

So ergeht es auch den vielen Figuren in Herz Slam. Durch die vielen Vorurteile, die gerne einfach nur durch Unwissenheit im Raum stehen und den Kontakt eigentlich verhindern, bleiben auch sie mit Anfeindungen, blöden Sprüchen und Desinteresse wieder auf der Strecke. Nur nach und nach lösen sich diese (zum Glück!) auf und geben den Weg frei auf ein Bild wie es wirklich ist. Wie es wirklich sein sollte. Denn der Autor schafft es zwei Sichten in diesem Buch zu erzählen.

Wie, die deutsche Sprache? Meinst du jetzt auch Poetry Slam?


Am Besten ihr schaut euch den Beitrag von Sabrina von Binchens Bücher an. Und wenn ihr dann wisst was es ist, dann ist eine Performance immer angebracht. Denn in dieser, ja in dieser, werdet ihr das Herzblut erkennen. Die Macht mit der die Slamer ihre Leidenschaft beweisen. Über Liebe, Konsum, über Nagst, Hass und Sexualität sprechen. Sprechen und dazu noch fast einen Singsang erstellen, der sich in den Rhythmus der Worte fädelt, zu Werbeslogans und zu Botschaften werden. Botschaften zum Beispiel, dass Vorurteile nur dann entstehen, wenn man sich nicht mit jemanden auseinander setzt. Dass Vorurteile sich ganz schnell auflösen, wenn man mit den verurteilten Menschen in Berührung kommt. 

Gewinnspiel



5x die Printausgabe des hier vorgestellten Buches.

Was ihr dafür tun müsst?
Bei mir ging es um Vorurteile.
Deswegen bitte ich euch, werdet kreativ, findet ein Vorurteil und entkräftet es mit euren eigenen Worten. Werdet auch gerne Kreativ, gerne auch als Poetry Slam, ein Diary Slam oder einfach nur gute, aussagekräftige Worte, die mit stützenden Thesen ausgearbeitet sind.
Also dann! Auf die Plätze, fertig, los!


Mit der Teilnahme am Gewinnspiel erklärt ihr euch mit den Teilnahmebedingungen einverstanden

3 Sprünge

  1. Guten morgen,

    danke für diesen tollen Beitrag. Vorurteile sind wirklich schlimm. Ich musste sofort an das Vorurteil "Ossis sind dumm" denken. Ich komme nämlich aus den Osten und wohne jetzt im Westen. Es ist ja schon traurig genug das nach 25 Jahren Wiedervereinigung immer noch zwischen Ost und West unterschieden wird, aber immer wenn man sagt man kommt aus dem Osten kommen die Fragen "Kennst du Bananen?" oder es wird irgendetwas im ostdeutschen Dialekt geschwafelt...haha sehe witzig, als ob ich irgendein Tier im Zirkus bin. Klar kenne ich Bananen und im Osten war/ist nicht alles so schlimm wie es immer dargestellt wird. Da kennen sich nur Menschen. Ob Ost oder West ist doch egal.

    Liebe grüße
    Isabelle
    isabelle.wendler[at]gmx.net

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  2. Guten Morgen,

    das Vorurteil was mir spontan einfällt, weil ich erst gestern drüber gesprochen bzw. geschrieben habe ist "Wer so viel liest hat kein Sozialleben mehr" Hintergrund ist das ich zeitweise um die 25 Bücher im Monat gelesen habe und mich natürlich auch ein wenig angegriffen fühlte wenn ich las dass das ja nur ginge in dem man entweder den text nicht verstehen würde, eine Wohnung hat die aussieht wie bei Messis (überspitzt formuliert) und Kontakte zur Außenwelt kann es ja auch nicht geben.
    Ich lese mittlerweile weniger, doch wenn ich viel Zeit habe ist es immer noch mehr als der Durchschnittsleser weg liest. Meine Wohnung ist ordentlich. Ich spreche noch mit meinem Mann und mein Kind wird auch nicht vernachlässigt. Ich gehe noch raus und dazu arbeiten. Die Arbeitsstelle ist der Grund warum es weniger wurde. Letztes Jahr konnte ich sogar an der Arbeit noch lesen. Ich kann wiedergeben was in der Geschichte passiert ist und denke bin da nicht anders wie andere Leser. Entkräften kann man solche Vorurteile dennoch nur sehr schwer. Dafür müssten die Leute bei mir zu Besuch kommen ;-) und mal mein Leben beobachten, dann würden sie sehen das es anders ist als sie denken.

    Liebe Grüße
    Natalie

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  3. Erstmal *Daumen hoch* für Isabelle. Ich komme auch aus dem "Osten" und kenne diese Vorurteile nur allzu gut.
    Ein Vorurteil, das mich derzeit aber viel mehr nervt, ist "Ausländer sind gewaltätig". NEIN! Es gibt in jeder Kultur und jedem Land Menschen, die Aggressionspotential in sich tragen. Einige können damit umgehen, andere nicht - aber das nichts mit ihrer Ethnizität, sondern mit dem Wesen des Menschen zu tun. Nicht umsonst gibt es hier momentan Übergriffe auf Flüchtingsheime und Ausschreitungen auf Demonstrationen. :-(

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