[Rezension] Wir können alles sein, Baby von Julia Engelmann [Hörbuch]

Wir können alles sein, Baby bei Random House

PRODUKTDETAILS:

Titel: Wir können alles sein, Baby
Reihe: -
Autor: Julia Engelmann
Genre: Poetry-Slam-Texte
Herausgeber: der Hörverlag (ein Verlag der Verlagsgruppe Random House GmbH)
Erscheinungstermin: 19. Oktober 2015
Sprache: Deutsch
ISBN: 978-3-8445-2052-1
Format: Hörbuch, 1 CD
Gesamtspielzeit: 56 Minuten
Sprecher: Julia Engelmann

PRODUKTINFORMATIONEN:

Kurzbeschreibung:
Eine Playlist poetischer Texte: Julia Engelmann slamt wieder

Mit »One Day« gelang Julia Engelmann ein sensationeller Poetry-Slam-Erfolg, der als Internetphänomen Millionen begeisterte und als Buch wie Hörbuch zum Bestseller wurde. Ihr ganz eigener Sound und ihre ganz eigene Sprache sind es, die die Herzen so berühren. Jetzt stellt sie erneut eine stimmungsvolle Playlist poetischer Texte über Träume und Liebe zusammen, über Wünsche und Freisein, aber auch über Loslassen und Traurigkeit. Julia Engelmann erzählt einfühlsam und bewegend davon, dass wir das Leben nicht verschlafen sollen, sondern was verändern, die Welt auf den Kopf stellen, ja, einfach mal Handstand machen – alles, was es braucht, ist ein bisschen Mut. Denn »wir können alles sein, Baby«!

Der Verlag über das Buch:
Authentisch und bewegend von der Autorin selbst zu Gehör gebracht.


DIE BEWERTUNG

Meinung:
Mit einer Vortragsweise, welche sehr oft an einen Vortrag erinnert, schafft es die Autorin nicht immer mit ihren Slam-Texten zu überzeugen.

Das Cover/Die Gestaltung:
Glitzernd in den Tönen von Rosa und zartem Violett, spricht dieses Cover eindeutig die Zielgruppe an. Durch die beiden Figuren, welche, wie ich mir sagen haben lasse auch in der Printausgabe an einigen Stellen als Illustrationen vorkommen, sind einfach gehalten, wirken aber dennoch oder gerade durch diese minimalistische Darstellung auf den Leser. Und was man zuerst als Aufkleber hält, entpuppt sich als eingearbeitete Grafik, bei welchem ihr YouTube Hit zur Wiedererkennung, noch einmal hervorgehoben wird. So rein vom Gesamtbild her ist also alles aufeinander abgestimmt, wenn ich auch persönlich finde, dass es sich in den Regalen von Frauen viel besser machen wird, als in den von Männern.
1,5/2,0 Punkten

Die Sprache/Der Satzbau:
Julia Engelmann nimmt Texte aus dem Leben, vermischt literarische Vorkommnisse mit der Alltagssprache und lässt einem so mittendrin und doch etwas abseits stehen. Sie schafft es, trotz der Themen, welche man schon genügend oft auf irgendwelchen Karten oder in Selbsthilfebüchern gesehen hat, dass der Lese am Ball bleibt, um zum Kern des Ganzen zu kommen. So entsteht neben dieser Themenwahl auch die charakteristische Frisch, mit welcher man die Poetry-Slamer von Heute gleichsetzt.
2,0/2,0 Punkten

Die Darbietung/Das Gesamtbild:
So wie die Autorin es vorträgt, lässt einen nur gelegentlich an Poetry-Slam denken. Persönlich finde ich, fehlt ihr der Rhythmus, das Auftreten und die Weise wie sie es vorträgt. Nur gelegentlich wird so das Gesamtbild der eigenen Vortragsweise von dem einfachem Vorlesen hin zum Slam verschoben, sodass sich Themen und Rhythmus miteinander vermischen und eine Performance schaffen, die mit der Einzigartigkeit und dem Erlebnis des Poetry-Slams einhergehen.
1,0/2,0 Punkten

Der Aufbau/Die Themen:
Wie schon genannt, sind die Themen nichts Neues. Man hat sie so oder in solch einer Form schon irgendwo gelesen. Sie gehen ums Leben, um Glück, die Selbstbestimmung und all die Themen, mit welchen sich junge Menschen identifizieren können. Leider fehlen mir Gedanken weit ab der ausgetretenen Pfade, weitab dessen, was man schon kennt. So ist es zwar eine bunte Mischung, die einem Mut machen soll, aber genau das nicht schafft, obwohl sich die Themen an perfekten Stellen die Klinke in die Hand geben. Sie bleiben hinter all den Phrasen zurück, welche man kennt, ohne scheinbar den Mut zu haben sich selbst ins Lampenlicht zu rücken.
1,0/2,0 Punkten

Der Sprecher/Die Sprachqualität:
Oben erwähnte ich, dass mir die Vortragsweise der Autorin zu ihren Slam-Texten nicht so zusagt, weil sie keine Performance daraus zu machen scheint, sondern wie ein Gedicht vor der Klasse vorträgt. So schafft es zwar Julia Engelmann fließend ihre Texte zu lesen, aber das Besondere, das Erlebnis, welches man bei den Slamern findet, bleibt dahinter leicht zurück. Nachdem ich mir von ihr einige YouTube Videos angeschaut habe, muss ich sagen, dass dies scheinbar ihr Stil ist, dass es also nicht am Verlag liegt, sondern schlicht und einfach an der Autorin selbst, welche sich diese Vortragsweise zu Eigen macht. Ihr hätte ich mir persönlich noch etwas mehr Innovation, etwas mehr Erlebnis gewünscht als schnelle, aneinandergereihte Worte herunterzurasseln, hier und da mal Luft zu holen oder zu Kichern.
1,5/2,0 Punkten

Fazit:
Mit 7,0 von 10,0 Punkten vergebe ich all denjenigen die Leseempfehlung, welche sich mit solchen „Mutmacher“ Texten ein bisschen selbst Mut machen wollen. Den Sinn des Lebens und zu viel Kritik wird man jedoch hinter dieser schönen Stimme der Autorin nicht finden können. Denn die Texte sind zwar an sich innovativ, aber ihnen fehlt es, nach persönlicher Meinung, an Innovation. So klingen sie wie aus jedem Ratgeber, wie von jeder dieser komischen Karten, welche man aus Spaß verschenken kann. Und auch die Sprechweise der Autorin lässt mich denken, dass sie zwar schön vorgetragen sind, aber sich kaum von der Masse mit ihrer Performance abhebt.
An dieser Stelle bedanke ich mich bei der Hörverlag für das zur Verfügung gestellte Rezensionsexemplar.

1 Sprung

  1. Hallo Sarah,

    ich bin gerade durchs Stöbern auf deinem Blog gelandet und auch prompt an dieser Rezension hängen geblieben. Die Autorin bringt ja demnächst ein neues Buch auf den Markt. Poetry Slam ist etwas, was ich sehr gerne mag. Allerdings am liebsten live vorgetragen. Ein Buch von einem Poetryslammer habe ich bislang noch nicht gelesen. Umso gespannter war ich auf deine Rezension. Man merkt gleich, dass du dich auf diesem Gebiet schon ein wenig auskennst. Deine Erläuterungen waren sehr schlüssig. Ich konnte mir ein gutes Bild von dem Schreibstil der Autorin und insbesondere von diesem Werk machen.
    Dass die Texte keine neuen Erkenntnisse bringen, ist ein Punkt, der erwähnt werden sollte, denn gerade das sucht man ja vielleicht bei Poetrytexten: Die Überraschung, das "Aha-Erlebnis". Dass die Worte der Slammerin Mut machen zeugt davon,welche Zielgruppe von ihren Werken angesprochen werden soll.
    Ich überlege noch, ob das Buch etwas für mich ist. In jedem Fall: Klasse Rezension! Vielen Dank dafür :o)

    Ganz liebe Grüße Tanja

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