[Rezension] Zodiac. Hüte dich vor dem 13. Zeichen von Romina Russell

Zodiac. Hüte dich vor dem 13 Zeichen bei Piper

PRODUKTDETAILS:

Titel: Zodiac. Hüte dich vor dem 13 Zeichen
Reihe: Zodiac #1
Autor: Romina Russell
Genre: Science Fantasy im Jugendbuchereich
Herausgeber: ivi (ein Imprint der Piper Verlag GmbH)
Erscheinungstermin: 09. November 2015
Sprache: Deutsch
ISBN: 978-3-492-70381-9
Format: Paperback
Seitenzahl: 448 Seiten

PRODUKTINFORMATIONEN:

Kurzbeschreibung:
In den Sternen liegt dein Schicksal ...
Die 16-jährige Rhoma vom Planeten Krebs verfügt – wie viele andere in der Galaxie Zodiac – über die Fähigkeit, in den Sternen zu lesen. Doch während ihre Mitschüler die Zukunft anhand genauester Berechnungen und wissenschaftlicher Erkenntnisse vorhersagen, schaut Rho nur zu den Sternen auf und wartet auf ein Zeichen. Deswegen gilt sie bei den Lehrern als unverbesserliche Träumerin und ist kurz davor durch ihre Prüfung zu fallen. Doch als eine schreckliche Katastrophe das Sternbild Krebs heimsucht, bei der unzählige Menschen sterben, war Rho die einzige, die die Gefahr in den Sternen hat kommen sehen. Völlig überraschend wird sie zur neuen Wächterin von Krebs ernannt, zur obersten Sterndeuterin ihrer Heimat. Aber Rho entdeckt ein Omen in den Sternen, das nichts Gutes verheißt: Die Katastrophe von Krebs war kein Unfall. Andere werden folgen. Und vielleicht wird ganz Zodiac untergehen. Doch wer glaubt einem unerfahrenen Teenager, der ein Monster in den Sternen sieht?

Der Verlag über das Buch:
-

DIE BEWERTUNG

Meinung:
Ein Science Fantasy Roman der neben einer sich anbahnenden Dreiecksgeschichte auch Völker zeigt, dort aber blass bleibt.

Das Cover/Die Gestaltung:
Ein Teil des Universums erkennt man darauf, zusammen mit ein paar Planeten, Sternbilder aus unserem Sonnensystem. Und hier liegt für mich neben der ansonsten sehr guten Gestaltung der Haken. Auch wenn es sich um eine scheinbare Parallelwelt (weil ja Reisende kein schwarzes Loch oder Ähnliches durchqueren, sondern eine Zeitschleife, aus welcher, wie alle Kenner der Zurück in die Zukunft-Trilogie wissen eine eigene Zeitlinie erschafft, welcher parallel läuft zu der „Zeit“ aus welcher man selbst kommt) handelt, wirkt es für mich persönlich doch zu sehr unserem Universum. Klar, natürlich können die Reisenden eine Welt erschaffen (oder was auch immer) haben, in der die verglühten Sterne zu festen Planeten werden und haargenau den Sternenbildern der Milchstraße (unsere Galaxie) entsprechen. Natürlich wird das nicht allen auffallen, denn an sich ist die Aufmachung der Zielgruppe entsprechend. Die Schrift, bei welchem das O mit einem Krebs in der Mitte dargestellt wird fügt sich der Thematik an und lässt somit die Leser schneller zugreifen, da solche Cover ja noch recht selten für dieses jetzt wieder neu entdeckte Genre.
1,5/2,0 Punkten

Die Sprache/Der Satzbau:
Romina Russel kann den Leser durch ihr Buch ziehen, wobei sie versucht die technischen Details dem Leser nahe zu bringen. Dies gelingt ihr (es sei denn der Leser beschäftigt sich ernsthafter mit dieser Thematik und erkennt die Fehler) an sich sehr gut, weswegen man sich darauf einlässt und tiefer in das Universum von Zodiac eintauchen kann. Hin und wieder verfällt sich jedoch in endlosen Beschreibungen, welche alles andere hin und wieder den Atem nimmt.
1,0/2,0 Punkten

Die Figurentiefe/Die Figurenentwicklung:
Auch hier sehe ich einen ziemlichen Wackelkandidaten. Es gibt sie alle. Wie aus den ach so beliebten Jugendbüchern. Es gibt sie die unerfahrene aber in allem glänzende Hauptperson, welche anstelle Hologramme schickt, doch lieber ihr Leben als höchstes Oberhaupt einer ganzen Zivilisation aufs Spiel setzt. Und es gibt natürlich auch sie. Die beiden „charismatischen Typen“, zwischen wen sie sich entscheiden muss. Dann auch noch die beste Freundin, welche mit ihrer quirligen Art Massen unterhalten kann und Lobeshymnen auf ihre beste Freundin schreibt. Und schließlich auch intrigante andere Oberhäupter. Oberhäupter, welche scheinbar keiner Ursache auf den Grund gehen, was kein Zufall sein kann. Das ist eher unwahrscheinlich. Diese Politiker wären unfähig zu regieren, weil  sie ihre Völker nicht vor Gefahren schützen.
Hier hätte ich mir Tiefe gewünscht. Weniger kindliches Getrotze der Hauptprotagonistin und mehr Weitsicht der anderen Figuren. Weg von den zu oft übermalten Schablonen. Sie sind ausgenutzt und mittlerweile so durchschaubar, dass man nicht mehr mitfiebern kann.
0,5/2,0 Punkten

Der Plot/Der Geschichtsverlauf:
Ich habe lange, wirklich sehr lange mit mir gehadert, als was ich es einordne. SciFi, wie es so viele Blogger tun? All-Age Fantasy, wie es der deutsche Verlag auf seiner Homepage tut, weil mehr Fantasy als SciFi vorkommt? SciFi meets High Fantasy des amerikanischen Verlags, weil es eine Mischung aus beidem ist? Persönlich habe ich mich dann für die korrekte Bezeichnung Science Fantasy entschieden. Denn ein SciFi Roman definiert sich nicht über den Handlungsort, sondern in seiner klassischen Form einen aufklärerischen Anspruch verfolgt. Und alleinige Fantasy, wegen den Tatsachen, dass weder die schwarze Materie richtig dargestellt wurde (bitte denkt ja nicht, dass schwarze Materie teerartig ist, und man sich hinter dieser „verstecken“ kann; unten findet ihr wieder dazu ein witziges Aufklärungsvideo von Kurzgesagt) und das Psynergie eigentlich eine „Glaubensrichtung“ ist, bei welcher Menschen sich der geistigen Energie bedienen (also wie Magie) um ihr Leben in den Griff zu bekommen? Nun, nein, ich kenne genügend „ältere Literatur“, um zu wissen, in welches Genre ich es persönlich einordnen werde. So gestellt sich Zodiac in die Science Fantasy neben Vertreten wie dem Darkover-Zyklus von Marion Zimmer Bradley, Star Wars, Terry Brooks' Reihe rund um Shannara oder auch Star Trek. Weil, wenn ich es nicht so einordnen würde, würde ich so vieles, was technisch so hirnrissig ist, beschreiben müssen.
Zum Beispiel, dass ein Ball immer aufspringt, wenn Schwerkraft herrscht? (Anm.: Das hat nur bedingt etwas mit Schwerkraft zu tun, das andere ist die Verformung der Energie, welche zum Beispiel nicht immer wirken kann; wenn ihr jetzt zum Beispiel einen Ball auf euer Kopfkissen schmeißt werdet ihr sehen: Es herrscht Schwerkraft, aber die Umwandlung der Energie kann nicht auf den Ball wirken, sondern wirkt auf das Kissen, welches sich verformt und eine Wölbung bekommt, in welcher der Ball dann meist liegen bleibt.) Einem Relativitäts-Effekt zur Berechnung der Raumzeit? (Anm.: Nun, dieser Effekt hat nicht mit Einstein zu tun; hierbei handelt es sich simpel um eine Analyse des Kaufverhaltens. Nun, da ich nicht weiß, ob dies eventuell ein Fehler bei der Übersetzung ist oder ob hier einfach nur Einstein mit seiner Theorie nicht ganz verstanden wurde und der Effekt mit dem Prinzip verwechselt wurde, bleibt dies ohne weiteres erstmal so stehen.) Einer Überlebenskapsel des Raumschiffes, welches schwere, lebensgefährliche Wunden in wenigen Stunden heilt? (Durch Luft, Licht, selbstständige Abgabe von Medikamenten usw.?) Oder, um zum Ende zukommen: Hologramme, welche aus großer Ferne gesendet werden und da sie mit Lichtgeschwindigkeit reisen, diese eine Zeitverzögerung haben. (Anm.: Nun, Lichtgeschwindigkeit sagt ja schon, dass es sich so schnell wie Licht bewegt; dass sie etwas zwischen circa 300000 km/s zurücklegen, diese Daten, müsste ja bedeuten, dass die Entfernung nun so groß ist, wie von der Erde zum Mond [384000 km], damit eine Zeitverzögerung von ein paar Sekunden entsteht, die aber noch ein Gespräch ermöglichen. Dann also die Entfernung von der Sonne zur Erde, wo das Licht circa 8 1/3 Minuten braucht. Aber da keine weitere Entfernung steht, denke ich, dass man hier keine weiteren vergleiche machen kann, welche „große“ Entfernung denn der Autorin vorschwebt.]

Also begrenzen wir uns auf die Science Fantasy, deren Hauptbestandteil ein Mix aus Fantasy und wenigen Elementen der SciFi sind. Ich liebe Magie, ich liebe fremde Welten, deren Komplexität, aber letzteres fand ich nun nicht in diesem Buch. Völker mit ihrer Eigenart zu beschreiben zählt für mich alleine dazu, dass eine Welt Komplex gestaltet ist. Persönlich fehlt mir da der Hintergrund und auch die Politik. Es wird kurz angeschnitten, dass jedes Volk ein anderes System hat, aber wenn es um das Warum geht, wird das auf die Stärke zurückgeschoben. Als ob sich ein politisches System anhand einer „Stärke“ ausmachen kann. Na immer hin gibt es ein paar kleinere Verschwörer, was, wenn es sie nicht geben würde alles noch blasser erscheinen lassen würde.
Außerdem zieht sich die Story, man springt von Planet zu Planet (manchmal mit Lichtgeschwindigkeit, mal gänzlich ohne) und braucht hin und wieder 10 Stunden oder nur einen Tag. Während dieser Wartezeit hat die Autorin sich auf die Zwischenmenschlichen Beziehungen gestürzt, aber für mich die persönliche Tiefe nicht herein gebracht. Es plätschert alles ziemlich dahin, während man auf den Planeten landet, um dort nur um Unterstützung zu bitten (was ein Hologramm nicht auch getan hätte; nein, die Hauptfigur wollte ja persönlich da sein, ohne sich um ihr Volk zu sorgen, sondern nur ihren Kopf durchzusetzen). Die wirklich interessanten Momente werden irgendwie nur in kurzen Passagen abgehandelt und erzeugen somit eher ein löchriges Bild.
0,5/2,0 Punkten

Der Aufbau/Die Nachvollziehbarkeit:
Zu Beginn gescheit fast alles auf einmal, dann gähnende Leere und nur wenige Momente mit Spannung, während der Schluss mit einer Weltraumschlacht ein bisschen Action, gewiss aber keine Spannung bereithält. Da die Figuren sich in eine lange Reihe von althergebrachten Figuren einreiht, wirken diese zwar auf die Zielgruppe und lassen sich leicht nachvollziehen, weil man sie kennt, aber bringen nichts Neues und somit auch keine Tiefe mit herein.
0,5/2,0 Punkten

Fazit:

Mit 4,0 von 10,0 Punkten vergebe ich all denjenigen die Leseempfehlung, welche sich gerne im wieder entdeckten Genre der Science Fantasy umsehen wollen. Hierbei werden Figuren in die Geschichte gebracht, welche man kennt, ohne dass sie jedoch an Tiefe gewinnen. So wirken vor allem die Oberhäupter fehl am Platz, was die Autorin jedoch mit ihrer Sprache wettmacht, welche Beschreibungen liebt und auch ein wenig der Technik dieses neuen Universums.




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