[Rezension] Gefühlvoll, herzzerreißend und aufwühlend: Nachtblüte. Die Erbin der Jahreszeiten von Jennifer Wolf

Nachtblüte. Die Erbin der Jahreszeiten bei Carlsen

PRODUKTDETAILS:

Titel: Nachtblüte. Die Erbin der Jahreszeiten
Reihe: Geschichten der Jahreszeiten #3
Autor: Jennifer Wolf
Gelesene Sprache: Deutsch
Genre: Romantasy im Jugendbuchbereich
Empfohlenes Lesealter: ab 14 Jahren
Herausgeber: Impress (ein Imrpint der Carlsen Verlag GmbH)
Erscheinungstermin: 04. Februar 2016
ISBN: 978-3-646-60199-2
Format: eBook
Seitenzahl: 260 Seiten
Preis: EUR 3,99
Kaufen bei: Carlsen; Buchhandel; Amazon

PRODUKTINFORMATIONEN:

Kurzbeschreibung:
Ilea Sola Sommerkind ist eine Jahreszeitentochter. Sie kann Licht brechen und eine warme Brise herbeirufen. Wenn sie ihre Sommerkräfte einsetzt, verwandelt sich ihr sonst brünettes Haar in ein strahlendes Blond. Sie ist nicht das einzige Jahreszeitenkind, seit die Göttin Gaia ihren Söhnen erlaubt hat, sich unter die Menschen zu mischen, und dennoch ist sie etwas Besonderes, denn nur sie stammt von Sommer ab. Und so ist ihr Heim auch dasjenige, das sich der Sommergott diesmal für seinen Aufenthalt ausgesucht hat. Doch als er dabei schwer verunglückt, muss sie einen weiteren Gott beherbergen: Aviv, den Frühling. Den einzigen Jahreszeitengott, der seit fünfhundert Jahren den Frauen entsagt und die Erde gemieden hat…

Der Verlag über das Buch:
**Endlich die Fortsetzung der Bestseller »Morgentau« und »Abendsonne«!**

Dies ist der dritte Roman der Jahreszeiten-Geschichten. Ein weiterer Roman erscheint im Sommer 2016.

Über den Autor:
Jennifer Wolf lebt mit ihrem Mann und ihrer Tochter in einem kleinen Dorf zwischen Bonn und Köln. Aufgewachsen ist sie bei ihren Großeltern und es war auch ihre Großmutter, die die Liebe zu Büchern in ihr weckte. Aus Platzmangel wurden nämlich alle Bücher in ihrem Kinderzimmer aufbewahrt und so war es unvermeidbar, dass sie irgendwann mal in eins hineinschaute. Als Jugendliche ärgerte sie sich immer häufiger über den Inhalt einiger Bücher, was mit der Zeit zu dem Entschluss führte, einfach eigene Geschichten zu schreiben.

DIE BEWERTUNG

Meinung:
Dieser kurzweilige Roman lässt einen trotz vorhersehbarer Handlung mehr als zittern, träumen und sich verlieben.

Das Cover/Die Gestaltung:
Wieder einmal schafft es das Cover vom Imprint des Carlsen Verlags einen in seinen Bann zu ziehen. Durch die Komposition, dass die Frau präsent in der Mitte zeigt und den warmen Farben, bleibt es nahe an den Einbänden seiner Vorgänger. Dadurch kann sich das lesende Publikum mehr mit der Figur im Buch selbst identifizieren und lässt die Zielgruppe somit schneller zu diesem Buch greifen. Die wundervolle Schrift, bei welcher der übergeordnete Titel geschwungen daher kommt und der Untertitel nicht überladen wirkt, passt sich somit auch in dieses Gefüge ein, sodass dieses Cover rund und in sich geschlossen wird.
Zwar wird durch die Figur so manchem Leser die eigene Imagination der Hauptprotagonistin genommen, dennoch reiht es sich somit in eine Reihe von Vorgängern ein, sodass es sich anpasst und wirkt.
1,5/2,0 Punkten

Die Sprache/Der Satzbau:
Jennifer Wolfs ausgeprägt jugendlicher Schreibstil birgt nicht nur die allgemeine Sprache in sich, sondern lässt durch die vielen Beschreibungen die Umgebung, die Figuren und die Handlungen farbenfroh erscheinen. So werden keine hochtrabenden, sondern der Zielgruppe angemessenen Worte verwendet, welche ebenso mit einigen Vergleichen auffährt wie mit bildlichen Beschreibungen.
2,0/2,0 Punkten

Die Figurentiefe/Die Figurenentwicklung:
Wie in den beiden ersten Büchern dieser Reihe, ist auch diese weibliche Hauptfigur eine heranwachsende junge Frau. Mit all den Problemen, Sehnsüchten und Träumen. Diese werden sehr in der Geschichte angesprochen, wodurch diese Figur zum Leben erwacht und den Leser mit zieht. Auch wenn einige Gefühle, welche sich als Liebe bezeichnen lassen zu schnell, zu unausgereift und wenig greifbar wurden.
Aber nicht nur die weibliche Hauptfigur wird in ihren Gedanken und Erleben geschildert. Durch die personelle Ich-Perspektive wird auch zu anderen Personen ein Kontakt geknüpft.
So sehr, dass man sich in einem Wechsel hier und da ein Bild von der Gesamtsituation machen kann. Leider sind nicht alle Wechsel sehr gelungen, einige wirken wie abgehackt, sodass man nur ein paar Zeilen liest, bis man sich wieder an eine andere Figur gewöhnen muss. Durch diesen ständigen Wechsel verblassen vor allem die Nebenfiguren, welche mitunter auch den einen oder anderen Gegenspieler beinhaltet.
Während vor allem also die Hauptfiguren einen sehr starken Drang haben sich ins Seelenleben blicken zu lassen, wird bei anderen Figuren ihr Innerstes nur kur beschrieben. Mehr Tiefe bei diesen Figuren hätte die angeschnittenen Erzählstränge deutlich intensiver gemacht.
1,5/2,0 Punkten

Der Plot/Der Geschichtsverlauf:
Ilea bekommt hohen Besuch, was sie zuerst ganz schön aus der Bahn wirft. Ihr Großvater, der Jahreszeitengott Sol, kommt höchstpersönlich zu Besuch auf die Erde. Und während sich die Situation rund um eine Tragödie zuspitzt, gerät gerade der Frühling in eine Lage, welche ihn vor die Wahl stellt, ob Freundschaft der Liebe geopfert werden kann.
Dieser Plot ist eigentlich schnell erzählt. Und trotz der Ahnung, welche man hat, gerät man in einen Strudel aus herzzerreißenden Gefühlen, melancholischen Beweggründen und der Gewissheit, dass alles gut enden wird.
Doch dieses Ende lässt beim Lesen nicht allzu lange auf sich warten. Denn ohne viele Umwege wird man in die Handlung hereingeworfen. Dies lässt zwar im ersten Moment keine Orientierung zu, klärt sich dann aber mit jeder Zeile, welche man liest. So entsteht ein Muster, dank der Personenwelchsel, von vielen Erzählsträngen, welche sich langsam zusammenfinden.
Einige, wie die der beiden Hauptprotagonisten zeichnen sich zwar schnell ab, dies tut aber dem Romantasy-Leserherz nicht allzu sehr weh. So kann man den Irrungen und Wirrungen zwischen Freundschaft und Liebe folgen.
Und während man sich entscheiden muss, grollt etwas im Götterhimmel. Dies kam für mich persönlich viel zur kurz. Denn viel lieber hätte ich mehr über Gaia und ihre Mutter gelesen. Denn so kommt das Ende viel zu schnell. Alles wird zusammengeworfen was irgendwie hereinzupassen scheint und die eigentliche Gefahr löst sich so schnell in Luft auf, dass man sich fragt, ob man denn einige Seiten übersprungen hat.
1,5/2,0 Punkten

Der Aufbau/Die Nachvollziehbarkeit:
Durch die Schreibweise der Figuren schafft es Jennifer Wolf den Leser mit in eine Welt zu ziehen, die in sich geschlossen und nachvollziehbar ist. Zwar sind die Handlungsstränge vorhersehbar, dennoch gelingt es ihr auch Figuren einzubauen, deren Beweggründe man unbedingt wissen möchte. Leider gelingt dies nicht immer, denn dieser Nebenstrang ist so weit abseits der eigentlichen Handlung, dass man am Ende noch mindestens eine Million Fragen hat.
Liebe und Freundschaft, Verlust und Angst, das sind die Themen, welche in dieser Jahreszeiten-Geschichte eine Rolle spielen. Und diese werden konsequent durchgehalten, bleiben dem Leser bei den Handlungen der Figuren immer im Hinterkopf und lassen alles lebendig, erfahrbar und gut aufgebaut wirken.
1,5/2,0 Punkten

Fazit:
Mit 8,0 von 10,0 Punkten vergebe ich all denjenigen die Leseempfehlung, welche eine Liebesgeschichte lesen wollen, die mehr Fragen aufwirft, ob man denn Zusammensein darf oder nicht. Existenziell wird die Frage aufgeworfen, ob man denn für sein eigenes Glück einen langjährigen Freund opfern will. So bleibt dieser Roman nicht nur für die Leser der bisherigen Bände interessant, sondern auch für alle Neueinsteiger, welche sich in das Romantasy-Genre verlieben wollen. Denn es gibt alles er, was es zu bieten hat. Mit gefühlvollen und dramatischen Auseinandersetzungen bleibt der Leser nahe bei den Figuren und wird mitgerissen in eine Welt nach der unseren.
An dieser Stelle danke ich dem Carlsen Verlag für das zur Verfügung gestellte Rezensionsexemplar.


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