[Rezension] Packend, sagenhaft und einnehmend: Die Magie der Namen von Nicole Gozdek [Hörbuch]

Die Magie der Namen bei Hörbuch Hamburg

PRODUKTDETAILS:

Titel: Die Magie der Namen
Reihe: -
Autor: Nicole Gozdek
Gehörte Sprache: Deutsch
Genre: Fantasy im Jugendbuchbereich
Empfohlenes Lesealter: ab 14 Jahren
Herausgeber: OSTERWOLDaudio (ein Verlag bei Hörbuch Hamburg HHV GmbH); Originalverlag: ivi Verlag (ein Imprint der Piper Verlag GmbH)
Erscheinungstermin: 01. März 2016
ISBN: 978-3-86952-309-5
Format: Ungekürzte Lesung; Hörbuchdownload
Dauer: 520 Minuten Laufzeit
Sprecher: Jacob Weigert
Preis: EUR 13,95

PRODUKTINFORMATIONEN:

Kurzbeschreibung:
Der 16-jährige Nummer 19 träumt insgeheim davon, als Erwachsener ein Held und bedeutender Name zu werden. Die 19 hat ihm in seinem Leben bisher kein Glück gebracht. Doch als der Tag der Namensgebung endlich gekommen ist, lösen sich seine Hoffnungen in Unglauben auf. Er erhält einen Namen, den keiner zu kennen scheint. Wer ist dieser Tirasan Passario? Nur das große Namensarchiv in der Hauptstadt Himmelstor kann ihm Auskunft geben. Gemeinsam mit dem Krieger Rustan Polliander und dessen Freunden macht er sich auf in die weit entfernte Stadt. Doch die Reise entpuppt sich als gefährlicher als erwartet. Und auch sein eigener Name hält noch einige Überraschungen für Tirasan bereit.

Der Verlag über das Buch:
Spannende All-Age-Fantasy a la Harry Potter - ungekürzt!

Über den Autor:
Nicole Gozdek wurde 1978 geboren. Nach dem Germanistik- und Romanistikstudium mit Schwerpunkt auf Literatur und einem Abstecher in die Buchbranche arbeitet sie heute als Online-Redakteurin bei einem französischen Modeunternehmen. Daneben ist sie Buchbloggerin und Autorin. Mit ihrem All-Age-Fantasyroman „Die Magie der Namen“ gewann sie 2015 den ersten #erzählesuns-Award des Piper Verlags.

DIE BEWERTUNG

Meinung:
Fulminante Fantasy trifft auf symphytische Figuren. Durch Themen zum mit- und nachdenken entsteht eine Heldenreise der besonderen Art.

Die Sprache/Der Satzbau:
Nicole Gozdeks Schreibstil ist eine besondere Mischung von erzählenden Worten und dem typischen High-Fantasy Jargon. Dadurch schafft sie es eine Atmosphäre aufzubauen, welche einen in den Bann zieht. Neben knackig spannenden Szenen, lässt sie mit Vergleichen und Verbildlichungen der Umgebung, Figuren und deren Handlungen den Leser nicht auf dem Trocknen. Schnell bekommt man einen bildhaften Eindruck dessen, welche Begebenheiten in diesem Fantasy-Land vorherrschen. Und all das ohne trockene Floskeln und Allgemeinplätze. So lässt sich der Leser, beziehungsweise der Hörer schnell mitnehmen in eine Fantasy Welt, die voller Magie, voller Philosophie und voller Schönheit ist.
2,0/2,0 Punkten

Sprecher/Sprachqualität:
Jacob Weigert schafft es mit seiner Stimme die Sprache der Autorin wirken zu lassen. Er schafft es den Figuren Leben einzuhauchen, sodass man beim Zuhören die verschiedenen Nuancen zwischen ihnen unterscheiden kann. Denn er schafft es jeder Figur eine andere Stimm- oder Tonlage zu geben. Lässt die Figuren sich entwickeln, gibt ihnen das Werkzeug in die Hand über sich hinauszuwachsen, indem er auch mit seiner Stimme anzeigt, dass die Figuren an ihrer Reise, an ihren Aufgaben wachsen und sich entwickeln. Durch diese Sprechweise schafft es Jacob Weigert den Hörer zu fangen und ihn mit den Figuren auf eine abenteuerliche Heldenreise zu schicken.
2,0/2,0 Punkten

Die Figurentiefe/Die Figurenentwicklung:
Wie so üblich bei einer geschriebenen Heldenreise, ist die männliche Hauptfigur am Anfang noch ein großes Klischee. Ein solches, welches neben den großen Muskelprotzen eher unterzugehen scheint. Dennoch schafft es die Autorin Nummer 19 nicht nur mit der Magie der Namen zu füllen, sondern auch mit Leben. Was am Anfang noch für ein Kopfschütteln sorgte, erweist sich durch die Kombination aus klassischer Heldenreise und philosophischen Elementen, später als tiefgehende und starke Figur. Sie wächst an seinen Aufgaben, an seiner Magie und lässt auch andere Figuren zu Wort kommen.
Denn diese haben es in sich. Während, wie bei der männlichen Hauptfigur zu Beginn noch ein Klischee auf das andere trifft, ergeben sich aus diesen Figuren bald dreidimensionale Wesen. Sie haben Ecken und Kanten, Vergangenheit und Zukunft.
Nicole Gozdek schafft es trotz der personellen Erzählweise von Nummer 19 die anderen Figuren miteinzubinden. Hier benutzt sie einen gekonnten Kniff, um dies zu schaffen. Und während sich nicht nur die Heldenfigur weiter und weiter entwickelt, tun dies auch die Nebenfiguren.
Aus der einstigen Klischeezusammenwürflung werden Figuren, die an ihrem Schicksal hadern, sich daran erfreuen können oder aber auch mit ihren Taten bislang nicht so ganz einverstanden waren. Hier zeigt sich, dass die Autorin es perfekt schafft dank der Heldenreise Figuren zu entwickeln, welche nur so vor Lebendigkeit strotzen.
1,5/2,0 Punkten

Der Plot/Der Geschichtsverlauf:
Keinem ist der Name von Nummer 19 bekannt, welchen er zu seiner Namensgebung bekommen hat. So macht er sich, mit einer eher wild zusammengewürfelten Gruppe auf den Weg seine Bestimmung zu erkennen und sich ins Namensregister eintragen zu lassen. Doch keiner hatte damit gerechnet, dass sie auf ihrer Reise mehr als nur ihre Bestimmung finden; denn es ist die Magie der Namen, welche zu ihnen spricht.
Was zu Beginn wie eine herkömmliche Heldenreise beginnt, lässt einem schnell den Eindruck bekommen, dass unter all diesen Figuren mehr steckt, als die bekannten Attribute, mit welchen die Autorin unsere Protagonisten bedacht hat. Denn nichts ist wie es scheint. Und die Heldenreise erfüllt ihren Zweck. Sie gibt unseren Helden die Möglichkeit an den aufkommenden Gefahren, Rätseln und Geheimnissen zu wachsen. So verknüpft sie geschickt Handlung mit Verwandlung, denn keiner ist mehr derselbe, wenn sie am Ziel ihrer Reise ankommen.
Durch diesen Kniff und der Tatsache, dass der Name von Nummer 19 mehr in sich birgt als man zu Beginn noch ahnte, bleibt diese Reise auf einem hohen Spannungsniveau.
Immer und immer wieder werden Andeutungen gemacht, fein und als Nebenstrang getarnt. Dies ist eine interessante Mischung, denn man ahnt etwas. Etwas, dass man noch nicht fassen kann. Und erst als alle Fäden zusammenlaufen, der Höhepunkt sich in all seiner Pracht vor Augen aufbaut, wird einem das ganze Ausmaß bewusst.
Durch diese geschickt gesetzten Fährten wird es einem nie langweilig den Geheimnissen der Macht zu folgen. Die Figuren auf ihrem Weg zu begleiten und sich selbst darüber zu wundern, wie viele Themen sich in ein Buch fassen lassen, ohne dass es zu überfüllt wirkt.
Denn wenn Freundschaft, Verrat, Hochmut und Gier sich zu philosophischen Themen aufschwingen, ohne mit erhobenem Zeigefinger zu wedeln, bleibt man als Leser nahe dabei.
Trotz all dieser wunderbaren Verknüpfungen, bleibt über das große Geheimnis und seine plötzliche Umkehr in das Gute zu sagen, dass es wirkt, als hätte man ein schnelles Ende gesucht. Plötzlich war sie da, diese Situation, aus welcher man weder als Held noch als Leser oder Hörer so schnell herauskommt. Und doch, doch schafft es der junge Held. Schnell und unkompliziert, als würde er es aus seinem Ärmel zaubern. Zwar ist dies ein bekannter Kniff, dennoch wirkt diese Handlung eher abgehackt, als verständlich. Denn wo man für unseren Held Nummer 19 noch etwas Übung gebraucht hätte, löst sich alles so plötzlich von selbst auf.
1,5/2,0 Punkten

Der Aufbau/Die Nachvollziehbarkeit:
Da das Hauptaugenmerk auf der Heldenreise liegt, bleiben Plot und Figuren eng miteinander verwoben. So ergibt sich ein dynamisches und wechselseitiges Bild, welchem man mit angespanntem Hirn folgt. Während sich die Helden durch all ihre Aufgaben kämpfen, an ihnen wachsen und zu sich selber finden, bleibt unterschwellig ein weiterer Plot verborgen. Einer, der sich neben dem Hauptquest dahinschlängelt und dann zuschlägt, wenn die Zeit reif ist.
So ergibt sich ein Gesamtbild, das mit vielen Unterfütterungen dennoch nicht überladen wirkt. Nein, ganz im Gegenteil. Die angesprochenen Themen bleiben sich treu, ergeben sich durcheinander und erzeugen somit ein rundes und nachvollziehbares Bild.
2,0/2,0 Punkten

Fazit:
Mit 9,0 von 10,0 Punkten vergebe ich all denjenigen die Leseempfehlung, für alle die, welche nicht nur gerne Heldengeschichten lesen, sondern ebenso den einen oder anderen Hieb in unsere Welt wagen. Durch diese Themen wird man als Hörer oder Leser selbst dazu aufgefordert mit zudenken, mit zu bangen und mit zu raten. Denn keines dieser Themen ist etwas, das man so einfach mit einem Wisch wegmachen kann. Keineswegs wird mit einem erhobenen Zeigefinger getadelt, dennoch aber eine Position gesetzt, bei welcher man die eine oder die andere Stellung beziehen kann.
Und während man sich mit einem Helden Widerwillens auseinandersetzt, wird einem bewusst, dass es mehr als nur eine Figur gibt, welche aus sich selbst heraus zu entwickeln scheint. Denn während dieser Heldenreise wächst nicht nur Nummer 19 über sich hinaus, sondern lässt auch all den anderen Mitstreitern Platz sich zu entwickeln.


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2 Sprünge

  1. Hallo Sarah,
    eigentlich bin ich einer anderen Rezension wegen auf eurem Blog gelandet, habe nun aber so viel gestöbert, dass ich gar nicht weiß, wo ich zuerst einen Kommentar hinterlassen soll. ;-)
    Diese Rezension hier hat mir sehr gut gefallen und da ich das Buch ebenfalls gelesen habe, kann ich deine Zeilen nachempfinden und bestätigen.
    Liebste Grüße,
    Hibi

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    Antworten
    1. Hallo Hibi :D
      Es freut mich, dass du hergefunden hast!
      Und du kannst gerne überall dort Kommentare hinterlassen wo du möchtest ;) Auf einen regen Austausch freue ich mich nämlich besonders :) Und das nicht nur per E-Mail :P

      Liebe Grüße
      Sarah

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