[Rezension] Galaktisch, faszinierend und romantisch: These Broken Stars. Lilac und Tarver von Amie Kaufman und Meagan Spooner

These Broken Stars. Lilac und Tarver bei Carlsen


PRODUKTDETAILS:

Titel: These Broken Stars. Lilac und Tarver
Reihe: These Broken Stars #1
Autor: Amie Kaufman, Meagan Spooner
Gelesene Sprache: Deutsch
Übersetzer: Stefanie Frida Lemke
Genre: Science-Fiction Fantasy Romanze in der Jugendbuchliteratur
Empfohlenes Lesealter: ab 14 Jahren
Herausgeber: Carlsen Verlag
Erscheinungstermin: 27. Mai 2016
ISBN: 978-3-551-58357-4
Format: Hardcover
Seitenzahl: 496 Seiten
Preis: EUR 19,99
Kaufen bei: Carlsen; Buchhandel; Amazon

PRODUKTINFORMATIONEN:

Kurzbeschreibung:
Es ist nur eine flüchtige Begegnung, doch dieser Moment auf dem größten und luxuriösesten Raumschiff, das die Menschheit je gesehen hat, wird ihr Leben für immer verändern. Lilac ist das reichste Mädchen des Universums, Tarver ein gefeierter Kriegsheld aus einfachen Verhältnissen. Nichts könnte die Kluft zwischen ihnen überbrücken – außer dem Schiffbruch der angeblich so sicheren Icarus. Als das Unfassbare geschieht, müssen Lilac und Tarver auf einem fremden Planeten ums Überleben ringen. Zu zweit gegen die Unendlichkeit des Alls...

Der Verlag über das Buch:
Dies ist Band 1 der Serie "These Broken Stars". Band 2, "These Broken Stars. Jubilee und Flynn", erscheint am 25. November 2016.

Über den Autor:
Amie Kaufman wuchs in Australien und Irland auf und hatte als Kind das Glück, in der Nähe einer Bücherei zu wohnen. Heute lebt sie mit ihrem Mann und ihrem Hund Jack in Melbourne und schreibt Science-Fiction- und Fantasy-Romane für Jugendliche. Sie liebt Schokolade und Schlafen, hat eine riesige Musiksammlung und einen ganzen Raum voller Bücher.

Meagan Spooner wuchs in Washington, D.C., auf. Sie las und schrieb schon als Kind in jeder freien Minute, träumte damals aber noch von einer Karriere als Archäologin, Meeresbiologin oder Astronautin. Heute lebt sie ihre Abenteuerlust beim Schreiben und beim Reisen aus. In ihrer Freizeit spielt sie Gitarre, Videospiele und mit ihrer Katze.

DIE BEWERTUNG

Meinung:
Es entführt nicht nur in neue Welten, sondern spielt mit wissenschaftlichen Theorien, welche für Jugendliche besonders aufgearbeitet ist.

Das Cover/Die Gestaltung:
Auf diesem Cover sind zwei Gesichter zu sehen. Zwei Gesichter, bei welchen man sich schnell bewusst wird, dass sie den beiden Hauptprotagonisten gehören sollen. So wird einem zwar ein Teil seiner Imagination genommen, aber dennoch die Fantasie weiter angeregt, da hier nur jeweils ein Teil des Gesichtes zu sehen ist. So wird zwar eine Identifikation zum Leser geschaffen, aber dieser nicht in seiner Vorstellungsgabe eingeschränkt.
Die leuchtenden Punkte, welche einem bei genauerem Hinschauen ins Auge fallen setzten sich auf dem Buchrücken und auf seiner Hinterseite fort. Jetzt wird man spätestens erkennen, dass es sich hierbei um Sterne handelt. Mit dieser Integration, die auch die Nähe zum Titel schafft, wirkt das Cover nicht nur rund, sondern ebenso auch edel und geheimnisvoll.
Nimmt man nämlich diesen Umschlag ab, so kommt einem ein weiterer, sehr schöner Effekt entgegen. Denn unter dem Umschlagscover verbirgt sich ein weiteres Bild, welches eine andere Galaxie darstellen soll. Somit wird noch mehr Nähe und vor allem Neugierde geschaffen.
2,0/2,0 Punkten

Die Sprache/Der Satzbau:
Amie Kaufman und Meagan Spooner haben einen einfach gestalteten Stil, welcher sich für Jugendliche schnell und reibungslos lesen lässt. So kommen in dieser Geschichte nicht die üblichen Fachworte vor, wie man sie aus der Science-Fiction Literatur sonst kennt.
Die deutsche Übersetzung, für welche Stefanie Frida Lemke zuständig gewesen ist, wird dieser einfache Stil ebenso übernommen, sodass es keine Diskrepanzen zum englischen Original geben wird. So lässt sich das Buch auch in der deutschen Fassung einfach und schnell lesen, ohne, dass man von etlichen Umschreibungen, Fachbegriffen oder langen Sätzen daran gehindert werden könnte.
So entsteht ein Buch, in welches man, durch seinen jugendlichen Stil einfach hinein kommt. Und sich trotz der nicht andauernden Beschreibungen, die Figuren und das Setting, in welchem es spielt, werden die Figuren plastisch und die Landschaften fast schon real.
1,5/2,0 Punkten

Die Figurentiefe/Die Figurenentwicklung:
Gerade zu Beginn wird mit sehr vielen Allgemeinplätzen in den Figuren gespielt. Das reiche Mädchen der ganzen Galaxie trifft auf den jungen Mann, welcher nicht nur gefeierter Kriegsheld ist, sondern sich nicht in der privilegierten Welt Zuhause findet.
So sind diese charakterlichen Zeichnungen zuerst einmal schwammig und die beiden Autorinnen spielen mit diesen Klischees, damit Leser sie einfacher einordnen können. Denn natürlich muss der gefeierte Kriegsheld ein robuster Mann sein und das reichste Mädchen des Universums sich natürlich in schönen Kleidern wiederfinden.
Doch all das wird langsam aus den Fugen geraten, wenn sie sich auf einem fremden Planeten alleine durchschlagen müssen.
Denn während die beiden sich näher kommen, wachsen auch die Charaktere an sich und ihrer Vergangenheit. So wird das verwöhnte Mädchen nicht nur zu einem reichen Kind, sondern schafft es nach der Zeit auch auf eigenen Beinen zu stehen. Sie wächst mit jeder ihr übertragenen Aufgabe, nimmt Verantwortung auf sich, als alles aussichtslos erscheint und ist am Ende nicht mehr sie selbst und doch ganz genau die Person, welche sie sein soll.
Der männliche Part ist Tarver und er denkt, er wäre genau das Gegenteil von Lilac. Doch obwohl der geiferte Kriegsheld, welcher mit Tapferkeitsmedaillen überhäuft wurde, denkt er hat vor nichts Angst, wird einem schnell bewusst, dass eine Person ihm schnell ans Herz gewachsen ist. So wird dieser erst eindimensionale Typ zu einer Figur mit Seele, zeigt mehr auf, als nur den Macho-Mann, der schon mit 16 Jahren in den Krieg zog. Denn auch er hat einen weichen Kern. Nicht so, wie bei den herkömmlichen Bad Boys, weil diese Figur nicht darauf aus ist mit diesen Attributen zu spielen, sondern wie ein richtiger Mensch, der mehr hat als nur eine benannte Eigenschaft.
Leider kommen die Hauptfiguren mehr als kläglich weg, was wohl daran liegen mag, dass der Hauptaugenmerk auf den beiden Hauptfiguren liegt. Denn ihnen folgt man durch die Wildnis und aus diesen beiden Sichten wurde es ja auch beschrieben.
1,5/2,0 Punkten

Der Plot/Der Geschichtsverlauf:
Was zu Beginn erst mitreißend verlief, hat im Hauptteil stellenweise ziemlich lange Hänger. Dies ändert sich dann jedoch, wenn die beiden Protagonisten ihr Ziel erreicht haben. Denn davor geschieht nicht unbedingt viel, außer dass sie überleben müssen, en Flüstern hören und wieder überleben müssen.
Hier wird einem auch bewusst, dass die genannte Science-Fiction sich eher in Grenzen hält. Für Kenner dieses Genre, welche massenweise von den altbekannten Thematiken gelesen haben, wird dieses Buch eher langweilig sein. Denn die aufgearbeitete, wissenschaftliche Theorie, mit welcher sich diese SciFi Romanze beschäftigt ist so umschrieben, dass es selbst Jugendliche verstehen, welche noch nie einen Einblick in diese Thematik haben. So wird das Ganze zum einen nicht beim Namen genannt, zum zweiten sehr viel mit Fantasy-Elementen gespielt und drittens es nur so wenig angeschnitten, dass echte SciFi Fans wohl eher nur die Augen verdrehen werden.
Aber, dennoch ist das Buch, neben seinem Überlebenskampf auf einem fremden Planeten dann gerade spannend, wenn sich alles aufzuklären beginnt. Als Kenner wird man viele Vermutungen anstellen, die zutreffend sein werden, aber für die Nicht-Kenner wird es mehr als spannend sein zu erfahren, wie das alles dort von statten geht und ob man mit einer Singularität auch mehr machen kann als in andere Dimensionen zu kommen.
Gerade durch diese Einfachheit ist der Plot leicht verständlich, lässt einem Verschnaufspausen und auch viel Zeit, damit sich die Personen verlieben können.
Für mich persönlich waren einige dieser Liebesschwüre und Annäherungen dann doch zu viel, weil sie trotz der eher unüblichen Jugendbuchprotagonisten genau in das Schema der Jugendbuchliebe hineinfallen. Denn alles ist hier mit dabei. Erst können sie sich nicht so unbedingt leiden und dann mit der Zeit, mit jeder weiteren Aufgabe kommen sie sich näher. Und näher. Das war Teils sehr vorhersehbar und ermüdend.
Zum Ende hin, wo ich dachte, dass endlich mal ein anderes, nicht typisches Jugendbuchende kommen könnte, wurde ich enttäuscht. Denn alles ist im Lot für die beiden Protagonisten (wenn man von ihren Verlusten mal absieht). Dieses typische Hollywoodende, das so unrealistisch ist, dass ich mir persönlich wirklich ein angemesseneres gewünscht hätte.
1,0/2,0 Punkten

Der Aufbau/Die Nachvollziehbarkeit:
Dank der lebensnahen Figuren bleiben ihre Handlungen nahezu nachvollziehbar. Nur ganz selten schüttelt man den Kopf über diese Figuren (vor allem zum Ende hin) und fragt sich, warum sie sich jetzt auf einmal untreu werden. Dies geschieht aber so gut wie selten, sodass es ein rundes Bild ergibt.
Der Handlungsverlauf ist dank der verschiedenen Einteilungen in Absturz, Überlebenskampf und Erkundung des Geheimnisses sehr gut aufgebaut und durchdacht. Lediglich der Überlebenskampf ist, wie ich finde, ein bisschen zu lang geraten. So wird man hier ein bisschen ins Hängen kommen und sich durchbeißen müssen, bis man schließlich sein Hauptziel erreicht hat und es zum Ende hingeht.
Die Science-Fiction Elemente, welche in diesem Buch vorkommen sind recht wenige. So werden vor allem Nichtkenner nicht überfordert mit der Sache. Denn dadurch, dass kaum bis gar keine wissenschaftlichen Erläuterungen vorhanden sind, bleibt alles im Rahmen einer SciFi Romanze im Jugendbuchbereich.
1,5/2,0 Punkten

Fazit:
Mit 7,5 von 10,0 Punkten vergebe ich all denjenigen die Leseempfehlung, welche sich vor allem auf einen Überlebenskampf auf einem neuen Planeten einstellen wollen. Denn diesen bekommt man in diesem Band mehr als genug. Das Setting allein, welche sich diese beiden Autorinnen zu Eigen gemacht haben, würde es nicht rechtfertigen, es in die Science-Fiction einzuteilen. Zum Glück kommt noch eine Theorie mit rein, welche nicht ganz beim Namen genannt wird, um die Hauptzielgruppe nicht mit wissenschaftlichen Erläuterungen zu verwirren.
These Broken Stars ist dennoch ein unterhaltsamer Roman, der gekonnt Figurentiefe mit einem aufregendem Setting vereint. So kann man trotz der langen Reise dieses Buch nur schwer aus der Hand legen.

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