[Rezension] Philosophisch, anders und vielseitig: Eva. Wie alles begann von William Paul Young

Eva. Wie alles begann bei Ullstein


PRODUKTDETAILS:

Titel: Eva. Wie alles begann
Reihe: -
Autor: William Paul Young
Gelesene Sprache: Deutsch
Übersetzer: Maja Ueberle-Pfaff
Genre: Spiritueller Roman
Empfohlenes Lesealter: ab 14 Jahren
Herausgeber: Allegria (ein Imprint der Ullstein Buchverlage GmbH)
Erscheinungstermin: 26. Februar 2016
ISBN: 978-3-84371-331-3
Format: eBook
Seitenzahl: 368 Seiten
Preis: EUR 14,99
Kaufen bei: Allegria; Buchhandel; Amazon

PRODUKTINFORMATIONEN:

Kurzbeschreibung:
Halb erfroren und dem Tode nahe strandet eine junge Frau auf einer geheimnisvollen Insel. Zu ihrem großen Glück wird sie von Gelehrten und Heilern gefunden, die bald erkennen, dass Lilly zu etwas ganz Besonderem berufen ist. Niemand Geringeres als Eva, die Mutter allen Lebens, lädt sie ein, Zeugin der Schöpfungsgeschichte zu werden und zu erfahren, was wirklich im Garten Eden geschah. Die dramatischen Ereignisse, die zur Vertreibung aus dem Paradies führen, bewegen Lilly zutiefst, und sie versteht, dass Gott sich von den Menschen niemals abgewandt hat. Ihre Aufgabe ist es nun, die Geschichte neu zu erzählen.

Der Verlag über das Buch:
William Paul Young hat bereits in Die Hütte zentrale spirituelle Fragestellungen neu beleuchtet und ein Millionenpublikum damit begeistert. In seinem neuen Roman zeigt er dem Leser eine ungewöhnliche und faszinierende Interpretation der ältesten Geschichte unserer Welt.

Über den Autor:
William Paul Young arbeitete viele Jahre als Büroangestellter und Nachtportier in Hotels. Der gebürtige Kanadier wuchs als Sohn von Missionaren in Papua-Neuguinea auf, war selbst viele Jahre lang Mitarbeiter einer christlichen Gemeinde. Mit seiner Frau Kim und seinen sechs Kindern lebt er in Oregon, USA.

DIE BEWERTUNG

Meinung:
Bildgewaltige und mutig anders ist die Sprache, weswegen man sich sogar als Nichtgläubiger mit dem Thema auseinanderzusetzten beginnt.

Das Cover/Die Gestaltung:
Schlicht und einfach ist es, dieses Cover. Und eigentlich genau das was jeder mit Eva verbindet. Dem Sündenfall. Also: den Apfel. Dieser hängt rot und mehr als reif immer noch am Ast des Baumes, der ihn trägt. Im Hintergrund scheint das Licht durch scheinbares Blätterdach, zeichnet warme Farben im oberen Teil des Covers, lässt orangenes Gelb strahlen. Und im unteren Teil dominiert Grün. Das Wort ‚Eva‘ ist mit einem ebensolchem Farbstich versehen, nur das ‚Wie alles begann‘ geht durch seine kleine Schrift unter. Dennoch werden genau solche Leute zu diesem Buch greifen, welche sich mit der Thematik auseinander setzten. Gerade deswegen wirkt dieser Einband auch so mystisch und dennoch genau auf den Punkt treffend.
1,5/2,0 Punkten

Die Sprache/Der Satzbau:
William Paul Youngs Stil ist sehr bildlich. Er findet nicht nur neue Bilder für einfache Zusammenhänge, sondern lässt die Sprache schwingen, indem er ihr einen Rhythmus verleiht. Die Übersetzerin Maja Ueberle-Pfaff hat hier ganze Arbeit geleistet, denn ihre Übersetzung korrespondiert sehr mit dem englischen Original.
Gerade durch den Stil, welcher der Autor an den Tag legt, wird es für Nichtgläubige besonders leicht in diese Thematik einzutauchen und sich verzaubern zu lassen. Keineswegs legt er den Figuren Worte in den Mund, welche bekehren sollen, sondern schreibt ihnen eine Sprache zu, die sich wunderbar mit beiden Seiten beschäftigt. Mit dem Worten der Bibel und auch mit den Worten eines Menschen, der sich nicht unbedingt mit diesem Werk auskennt.
Durch diese Vermischung gelingt es ihm nicht bekehrend zu sein, sondern den richtigen Ton und Bilder im Menschen anklingen zu lassen.
2,0/2,0 Punkten

Die Figurentiefe/Die Figurenentwicklung:
Die Hauptfigur der Lily ist eine junge 15 jährige Frau, welche mal nicht dem typischen Jugendschema entspricht. Sie ist für ihr Alter sehr weit, manchmal zu weit. Und in anderen Dingen sehr naiv. Diese Mischung ist es, welche diese Figur so lebendig erscheinen lässt. Sie verfällt weder in das eine noch in das andere Extrem. So ist es auch mit Eva. Eva ist jemand, der nicht bekehren will und dennoch genau die Eva ist, welche für den Sündenfall angeblich verantwortlich ist. Zum einen ist sie gütig, zum anderen mehr als schlau. Sie stellt sich weise und erkennt aber auch, dass nicht alles zu bekehren ist. Mit ihr wird man warm, wenn man sich auf diese Figur einlässt, denn sie hat mehr zu erzählen, als es in der Bibel geschrieben steht. Viel mehr.
Auch die anderen Figuren sind nicht blass. Sie erzählen alle ihre Geschichte, haben zwei Kehrseiten einer Medaille und lassen den Leser zum einen selbst denken oder zum anderen stupst ihn genau in die Richtung, in welche sich dieses Buch entwickelt. Jeder von ihnen hat eine Aufgabe und jeder von ihnen lässt sich nicht durch ein Klischee bestimmen. Durch diese starken Charakterbeschreibungen werden sie greifbarer. Vor allem für solche Leute, die sich eigentlich schon mit der Geschichte der Bibel oder dem Christentum schwer tun.
1,5/2,0 Punkten

Der Plot/Der Geschichtsverlauf:
Zugegebener Maßen ist der Anfang schon leicht befremdlich. Es wird deutlich, dass der Autor mit verschiedenen Ebenen spielt und sobald man sich auf dieses Spiel einlässt, wird man erkennen, dass mehr zu sagen gilt, als es nur geschrieben steht.
So ist die Haupthandlung, der Sündenfall, ein beständiger und wichtiger Teil. Anders interpretiert und dennoch durch den Autoren mehr als glaubwürdig beschrieben. Mit seiner Sprache schafft er ihr verschiedene Ebenen, die sich zu einer einzigen verweben, sich dennoch einzeln betrachten lässt und Teil eines großen Ganzen ist.
So wie alle Figuren, die jeder für sich zum Plot beitragen. Sie alle sind so ein Teil der Story und dennoch stehen sie für sich selbst. Für ihre eigene Geschichte. Und ab hier wird es nicht nur philosophisch sondern auch sehr vielschichtig. Dieses Buch ist nicht zum schnellen Lesen gedacht. Sondern zum Nachdenken. Zum Anregen und zum Diskutieren.
William Paul Young schafft es hierbei seine eigenen Gedanken niederzuschreiben und dennoch den Leser nicht seiner Meinung zu berauben. Dieses Stück Arbeit ist das Komplexeste an diesem ganzen Buch, denn durch diese wird es so mehrdimensional. Durch diese Eigenschaft bleibt der schnelle Lesefluss jedoch manchmal stecken, sodass Gedanken im eigenen Kopf einem vom Lesen abhalten und sich mit dieser Komplexität auseinander setzten.
1,5/2,0 Punkten

Der Aufbau/Die Nachvollziehbarkeit:
Durch den hohen philosophischen Wert der Story ist dieses Buch keines, das man zwischen Tür und Angel lesen sollte. Man sollte sich dafür Zeit nehmen, seine Gedanken ordnen und es auf sich wirken lassen. Nur so wird man alle Gedanken, alle Handlungen und jedes Wort nachvollziehen können, denn es ist viel mehr dahinter als man ahnt.
Durch die lebendigen Charaktere, welche weder da eine noch das andere sind, wird man schnell in eine Welt gezogen, die mit den Ebenen spielt. So sind sie für sich Einzeln genauso wichtig wie für das große und Ganze.
2,0/2,0 Punkten

Fazit:
Mit 8,5 von 10,0 Punkten vergebe ich all denjenigen die Leseempfehlung, die sich mit dem Sündenfall, einer anderen Wendung und vor allem mit theologischen und philosophischen Themen auseinandersetzten wollen.
Keineswegs wird hier einem eine Meinung aufgedrängt. Nein, es wird sogar noch mit verschiedenen Ebenen gespielt, welche jede für sich eigenständig stehen kann und dennoch Teil des großen Ganzen ist. So entwickelt sich eine andere Geschichte, als man sie gewohnt ist und lässt einen ebenso sehr schmunzeln, da auch mit dem einem oder anderem Thema aus der Bibel deutlich aufgefahren wird, um es wiederum ganz anders darzustellen.
An dieser Stelle danke ich dem Ullstein Buchverlag für das zur Verfügung gestellte Rezensionsexemplar.

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