[Rezension] Langatmig, wirr und unlogisch: Gefährliche Jagd von Maria Tomoons

Gefährliche Jagd bei Midnight

PRODUKTDETAILS:

Titel: Gefährliche Jagd
Reihe: -
Autor: Maria Tomoons
Gelesene Sprache: Deutsch
Genre: Jugendbuch
Empfohlenes Lesealter: ab 14 Jahren
Herausgeber: Midnight (ein Imprint der Ullstein Buchverlage GmbH)
Erscheinungstermin: 13. Mai 2016
ISBN: 978-3-95819-068-9
Format: eBook
Seitenzahl: 480 Seiten
Preis: EUR 4,99
Kaufen bei: Midnight; Buchhandel; Amazon

PRODUKTINFORMATIONEN:

Kurzbeschreibung:
Die lebensfrohe Maria bekommt die Chance ihres Lebens: Sie darf an einem Spiel teilnehmen, dessen Preis nicht nur viel Geld, sondern auch die Hauptrolle in einem großen Film ist. Über hundert Jugendliche treffen dabei in Gruppen aus Jägern und Gejagten in einem großen Waldgebiet aufeinander. Zwei Wochen lang werden Maria und ihr Team auf der Flucht vor ihren Gegnern rund um die Uhr gefilmt. Ein ehrgeiziger Regisseur will aus ihrer Geschichte den erfolgreichsten Film des kommenden Jahres machen. Doch was, wenn das Spiel langsam außer Kontrolle gerät? Wenn die Regeln gebogen und gebrochen werden? …

Der Verlag über das Buch:
-

Über den Autor:
Maria Tomoons hat ihr Abitur an einer musikbetonten Oberschule gemacht, ihre Leidenschaft gilt allerdings dem Schreiben. Schreiben, das ist für sie Herzrasen, Lächeln, Gänsehaut - Emotionen auf Papier. Die Studentin liebt es, eigene Welten zu erschaffen. Ihr Debütroman »Gefährliche Jagd« wurde 2015 mit einem Wattpad Award ausgezeichnet.

DIE BEWERTUNG

Meinung:
Mit wenig Spannung und einem sehr unglaubwürdigem Plot, bleibt dieses Buch seinen Versprechungen mehr als hinterher.

Das Cover/Die Gestaltung:
Wenn man sich dieses Cover so anschaut. Die Blätter, welche sich an den Rändern dieses Covers ins Bild ziehen und die Frau, welche sich dahinter verbirgt. Man weiß, man kennt es. Ganz klar ist es an das Cover von Die Tribute von Panem angelehnt und soll höchstwahrscheinlich auch genau diese Zielgruppe ansprechen. Auch der Klappentext ist so abgestimmt, dass man sich an diese erfolgreiche Trilogie erinnert. So harmoniert dieses Cover mit seinem Klappentext, bleibt in Punkto Einfallsreichtum jedoch ziemlich hinterher.
Natürlich werden es Fans der Hunger Games Reihe in die Hand nehmen und einen Blick hinein werfen, jedoch wirkt es somit auch mehr als abgekupfert, dass es geradezu nach Aufmerksamkeit schreit. Durch diese deutliche Ähnlichkeit bleibt es zwar in den Köpfen der Leser, wird sich aber auch besonders durch diese Aufmachung unter Beweis stellen müssen.
1,0/2,0 Punkten

Die Sprache/Der Satzbau:
Mit ständigen Wortwiederholungen, Rechtschreib- und Zeichensetzungsfehlern wirkt der Stil von Maria Tomoons eher laienhaft als professionell.
Durch ihre Art zu schreiben und ihre Worte ständig zu wiederholen, bleiben nicht nur die Figurenbeschreibungen eindeutig auf der Strecke, sondern auch die Spannung und der Plot.
Dadurch, dass bei einigen Sätzen das eine oder andere Wort fehlt, stockt auch der Lesefluss und man muss mehre Male über diese Stelle lesen, bis man direkt versteht was denn jetzt gemeint ist. Auch in Punkto Zeichensetzung würde man eher ein Buch von einem Selfpublisher erwarten, als von einem renommierten Verlag. Ein besseres Lektorat würde hier Abhilfe schaffen und die nicht stimmigen Anführungszeichen, Kommata und Endungen ins Reine bringen.
Mit diesen Attributen, den ständigen Wiederholungen, lässt sich dieses Buch sehr schnell lesen. Zu schnell, denn so bekommt man kaum Zugang zur Story und auch keine Sympathien zu den Figuren. Es wirkt alles noch recht ungeformt und würde mit mehr Schreibpraxis sicher weiterentwickelt.
0,5/2,0 Punkten

Die Figurentiefe/Die Figurenentwicklung:
Man erfährt so gut wie nichts über die Figuren. Dadurch wirken sie mehr als blass und werden nur durch Klischees beschrieben.
In den wenigen Rückblenden wird versucht einigen Figuren mehr Leben und mehr Sinn einzuhauchen. Dadurch aber, dass sie plötzlich nicht mehr auftauchen, gehen diese Hintergrundinformationen verloren.
Das Hauptaugenmerk liegt auf der 17 jährigen Maria, unsere weibliche Hauptprotagonistin. Jedoch ist sie, wie fast alle Personen in diesem Buch, mehr als naiv. Selbst die Erwachsenen scheinen sich ihrer Taten und ihrer Glaubwürdigkeit nicht bewusst zu sein. Zumindest bekommt man diesen Gedanken, wenn man beim Lesen die Hände über den Kopf zusammen schlägt.
Hinzu kommt, dass nicht nur Maria alles gut zu beherrschen scheint, sondern jede Figur in diesem Buch scheint nicht nur gut und lange zu rennen, sondern auch nach wenigen Versuchen schnell auf einen Baum hochzukommen. Nächtelang können sie im Freien übernachten, Wunden ertragen oder auch das nicht vorhandene Seitenstechen.
So wirken alle Figuren mehr als unglaubwürdig und geradezu perfekt. Nur ganz gelegentlich unterliegen einige Figuren ihren Wunden wie eine gebrochene Kniescheibe. Aber meist werden sogar an den Kopf geworfene Steine kaum bis gar nicht beachtet oder aber eine Grippe. Man wird ja schnell wieder durch eine Wundermedizin gesund, um weiterrennen zu können.
Durch diese etwas überspitzten Eigenschaften der Figuren findet man selbst gar keinen Punkt, um sich in sie hineinzuversetzen oder um sie symphytisch zu finden. Ganz im Gegenteil. Sie werden sogar recht nervig.
Und da meine ich auch nicht diese Leute, welche sich von Macht oder Geld bestechen lassen. Denn eigentlich hatte ich gehofft, dass genau diese Komponente mehr ausgeformt wird. Wie Menschen sich verhalten, wenn sie zu Gejagten werden oder die Macht besitzen anderen Befehle zuzubrüllen. Eben ein bisschen mehr in die Richtung Das Experiment.
0,0/2,0 Punkten

Der Plot/Der Geschichtsverlauf:
Rennen, fliehen, Essen suchen, kämpfen. Daraus besteht dieser Plot. Gerade am Anfang sind die Fliehszenen noch recht spannend, nehmen aber schnell an Spannung ab. Dies liegt nicht nur an den ständigen Wortwiederholungen, sondern auch an der Häufigkeit. Kaum ist man in Sicherheit, schon folgt die nächste Gefahr. Dies ist mehr als zu viel, da der eigentliche Plot hier untergeht. Schnell wird einem eh klar, dass es ums Gewinnen geht. Und jedem dürfte bewusst sein, dass viele deswegen auch brutal werden.
Doch diese Brutalität zeigt sich in diesem Buch so gut wie gar nicht. Es ist alles etwas zu harmlos beschrieben. Kämpfe wirken vor allem auch deswegen nicht bedrohlich wegen der ständig gleichen Worte und den perfekten Figuren. Dann auch noch deswegen, weil es nur um die körperliche Brutalität geht.
Nur eine seelische hat sich die Autorin einfallen lassen. Und diese scheint nahezu lächerlich zu wirken. Die Essensration wird einen Tag vor der Überführung ins Hauptgefängnis gesenkt, um die Gefangenen schwach zu machen. Als ich das gelesen habe musste ich lachen. Einen Tag zu hungern, vor allem, wenn man schon darauf eingestellt ist wenig Nahrung zu sich zu nehmen, wirkt eher wie eine kurze Fastenkur als wie Folter.
Die Nebenhandlungen, welche von der Autorin durch Rückblenden eingebaut wurden, bleiben mehr als auf der Strecke. Dies liegt daran, dass diese Rückblenden plötzlich einfach abreißen und somit nicht weiterverfolgt werden. So bleiben am Ende noch sehr viele Fragen offen, die nur kurz angeschnitten und gar nicht beantwortet wurden.
Wie ich schon verlauten ließ, sind die Jagden zu Beginn noch recht unterhaltsam, aber da sie mehr als die gesamte Geschichte einnehmen, lassen diese den anderen Handlungen keine Luft zum Atmen.
So zum Beispiel die sich aufbauende Beziehung zwischen Raffael und Maria. Ihnen kauft man kaum ab, dass sie sich ineinander verlieben. Dies lässt sich natürlich auch auf die schwach gezeichneten Figuren zurückführen, aber plötzlich sind da diese Gefühle in Maria, die man nicht nachvollziehen kann. Sie wirken wie hingeworfen und nicht ausgearbeitet genug. Zu allem Überfluss kommt dann noch eine mehr als seltsame Umarmung hinzu, welche von einer Kamera aufgenommen wurde. Diese ist mehr als verwirrend, denn es wird nicht im Geringsten klar, warum sie diese löschen müssen.
Schließlich ist das Ende mehr als lächerlich und an den Haaren herbeigezogen. Urplötzlich als der Gong ertönt hören die Tribute auf zu kämpfen, so als könnten sie gegen das Adrenalin in sich ankämpfen und zu allem Überfluss sind dann einige Stunden später Polizisten da. Diese nehmen natürlich alle Verantwortlichen fest und überführen sie ihrer Strafe. Eine davon lebenslänglich.
Im Grunde wirkt fast alles an diesem Plot wie kurz in den Sinn gekommen und aufgeschrieben. Denn nur eines ist stringent: Die Liebesgeschichte. Wenn sie auch nur wenig ausgearbeitet ist.
Alles andere kommt so schnell auf wie es vergeht und hat weder Hand noch Fuß.
Durch diesen eher undurchdachten und sich in die Länge ziehenden Plot geht viel Spannung verloren.
0,0/2,0 Punkten

Der Aufbau/Die Nachvollziehbarkeit:
Kindliche Charaktere, unsinnige Handlungen und ein Plot, der zum größten Teil aus Flucht besteht, lässt an der Nachvollziehbarkeit mehr als mangeln. So handeln selbst erwachsene Menschen wie kleine 12 jährige Teenager ohne wirklich viel Verstand. Unterdrücken dabei wirklich gute Handlungsstränge. Diese werden nämlich nur kurz angeschnitten aber dann wieder fallen gelassen. So wirkt alles nicht stimmig und einfach wirklich lächerlich.
Vor allem im Punkto Aufbau fehlt diesem Roman viel mehr als nur ein Plot. Während man zu Beginn über die ersten Berührungen des Spiels liest und den Fluchten noch folgt, endet dies in einem ständigen Kreislauf. Einem ständigem Laufen, Essen Suchen, Schlafen, Fliehen und wieder Laufen. Denn dies zieht sich in die Länge und erst relativ spät werden neue Handlungen eingeflochten, die wie kurz in den Sinn gekommen scheinen. Denn sie werden mit nur einer kurzen Nennung wieder beiseitegeschoben.
0,0/2,0 Punkten

Fazit:
Mit 1,5 von 10,0 Punkten vergebe ich all denjenigen die Leseempfehlung, die sich mit einem Roman zufrieden geben, in welchem man größtenteils mit immer wiederkehrenden Fluchten konfrontiert wird.
Durch die immer wiederkehrenden und gleichen Worte der Autorin werden selbst die Fluchtszenen schnell zum Einheitsbrei. Sie lassen anderen Handlungen keinen Platz sich zu entwickeln. Oder aber sie tauchen schnell auf und vergehen noch schneller
Durch diese eher unbefriedigende Handlung, den mehr als nur naiven Figuren bleibt dieses Buch seinen Erwartungen hinterher.
Vor allem das „außer Kontrolle geraten“ aus der Kurzbeschreibung wirkt lächerlich, weil es so harmlos wirkt. Gerade hier hätte ich mir persönlich mehr Konfrontation gewünscht. Wie ticken Menschen, wenn es ums Überleben geht? Auch wenn sie wissen, dass es nur ein Spiel ist? Wie nutzen diejenigen ihre Macht aus, die sie besitzen und vor allem wie viel rohe körperliche und seelische Gewalt kann einem in Gefangenschaft angetan werden?
Mit diesen Fragen beschäftigt sich das Buch kaum bis gar nicht. Allenfalls kratzt es an der Oberfläche und wirkt somit alles andere als durchdacht.
An dieser Stelle danke ich Midnight für das zur Verfügung gestellte Rezensionsexemplar.

1 Sprung

  1. Ahoy,

    eine gute Rezension für ein schlechtes Buch! Unglaublich, dass das einem Lektorat in die Finger gekommen sein soll und von einem Verlag veröffentlicht wurde ^^

    LG, Mary <3
    http://marys-buecherwelten.blogspot.de/

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