[Persönllich | Montagsfrage] Die Kunstpause... Oder wie man eine verpasste Montagsfrage doch noch beantworten kann

Die Montagsfrage bei Buchfresserchen

Heute einmal hat Svenja von Buchfresserchen eine kreative Pause eingelegt. Mit der Aufgabe doch eine verpasste Montagsfrage nach zu holen.
Nun, dies lasse ich mir also heute nicht entgehen.
Denn es gibt seit der Aktion noch so einige Montagsfragen, welche ich noch nicht beantwortet habe.

Und heute wird es mit der Nummer 78 bei mir um das Thema gehen, ob ich beim Lesen von Thrillern und/oder Krimis miträtsel, wer der Mörder ist oder was zu dem Ausgangspunkt der Tat (oder Ähnliches - ich mag ja auch sehr gerne Thriller, bei welchen es nicht um einen Mord geht) geführt hat. Oder ob ich mich denn von dem Autoren immer überraschen lasse.

Nun, seit Kurzer Zeit lese und höre ich verstärkt Krimis und Thriller (ich weiß, ich weiß, auf ZeilenSprung hat sich das noch nicht so bemerkbar gemacht, aber da ich mit dem Schreiben von Rezensionen etwas *hüstel* hinterher hinke, wird euch das auch noch auffallen. Versprochen!). Auch aus dem Grund, dass ich mich immer mitten ins Geschehen stürzen will. Neben Action gibt's ja bei vielen Thrillern auch Gänsehautmomente, welche nicht nur mit rasanten Verfolgungsjagden Stimmung erzeugen, sondern auch psychologisch funktionieren. Diese Thriller, so muss ich zugeben, welche vor allem auf die Entwicklung von Geschichte und Figuren Wert legt, sind meine Favoriten. Aber das nur nebenbei.

Grundsätzlich springen meine Gedanken. Egal wo ich bin. Jeder neue Hinweis wird abgespeichert. Eine Vermutung (vor allem etwas lästig bei Fernsehserien) stellt sich mir gleich zu Beginn, wenn die ersten Figuren eingeführt werden oder man erst einmal dem Protagonisten folgt. So kommt es bei mir immer mal vor, dass ich Bücher zerdenke. Ja, sogar richtig zerkaue. Ich (oder besser gesagt mein nie stilles Gehirn mit seinen endlosen Gedanken und seinen immer wahnwitzigen Ideen) urteile, verfalle und sauge so jeden Hinweis, jede Figur in mich auf, nehme sie auseinander oder finde mich einfach in in Gedankengängen wieder, die weit über das Geschriebene hinausgehen.

Klar werden so einige Thriller mit der Zeit etwas langatmig. Aber das hält mich bei der Stange. Ich gehe von vielen Enden aus, versuche mit den mir zur Verfügung gestellten Mitteln einen Weg zu finden, der sich nahtlos in die vorgegebene Story einfädelt und ja, ich liege auch mal daneben. Krimis, bei welchen man einem Kommissar folgt und keine weiteren Einschübe hat sind mir die liebsten Thriller. Hierbei kann mein Kopf einfach nicht schon zehn Schritte voraus sein (es sei denn die Handlung ist so vorhersehbar, dass man denkt, der Kommissar ist scheinbar nicht der Hellste...), da man ihm ja folgt und jeder Hinweis nur ein kleiner Teil eines großen Ganzen ist, der sich erst ab einem ganz bestimmten Andeutung vollkommen auflösen lässt.

So bin ich immer mitten im Geschehen. Klar werden einige so zwar vorhersehbar (vor allem, wenn sie, wie schon oben erwähnt so vorhersehbar sind, dass man nur die Augen verdrehen kann - von solchen Krimis und/oder Thrillern lasse ich aber mittlerweile die Finger), andere aber genau dadurch lebendig.
Und ich finde, gerade das macht einen guten Thriller und einen guten Krimi aus. Dass man als Leser mitten im Geschehen ist. Dass man den Worten folgt, sie regelrecht in sich aufsaugt und immer versucht einen Schritt weiter zu denken. Persönlich finde ich Krimis und Thriller sind erst dann gut geschrieben, wenn man bei mir die Reaktion hervorruft selbst etwas herauszufinden. genau das zu wollen, es als erster zu erraten und sich dann zu freuen, dass die Auflösung seinen Gedankengängen entspricht oder man auf eine vollkommen andere Spur gelockt wurde. Das sind mir nämlich die Liebsten. Wenn es zu offensichtlich ist (man mit gesundem Menschenverstand zum Beispiel gleich weiß, dass man in einer Casting Show mit versteckten Kameras gefilmt wird - oh, ich muss Isola nochmals lesen, um euch davon zu berichten! Denn hier wird mit diesem Wissen des Lesers gespielt), bleibt die Spannung auf der Strecke, das Denken wird zu einer Geraden. Von B nach A und wieder umgekehrt. Das sind, wie ich finde zu einfache Bücher für mich. Ich will mich schließlich nicht nur berieseln lassen, sondern auch etwas geboten bekommen.
Ich finde das geht jedem Leser so, nicht wahr?

2 Sprünge

  1. Diese Frage habe ich eben auch auf meinem Blog beantwortet, wenn auch nicht so ausführlich wie du. ;)
    Ich rate jedenfalls auch mit. Die Lösung darf keinesfalls zu einfach sein. Auf Grund der Fülle an Krimis/Thrillern, die ich bereits gelesen habe, liege ich immer öfter richtig. Aber am liebsten ist es mir, wenn bis zum Schluss immer noch 2 bis 3 Auflösungen möglich wären.

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    1. Hallo Auroria,

      ich habe mir deinen Beitrag nun auch durchgelesen ;)
      Tatsächlich ist deiner zwar nicht so ausführlich wie den Beitrag, welchen ich geschrieben habe. Aber ich kann mich ehr nicht unbedingt kurz fassen ^^ Also ist dein Beitrag, welcher die Frage auf den Punkt bringt und ebenso beantwortet ebenso gelungen!
      Auch ich mag die Krimis und Thriller, bei welchen man bewusst hinters Licht geführt wird. gerade da macht das rätseln, ermitteln und aufdecken am Meisten Spaß. Wie du's bei dir schon im Beitrag erwähnt hast, sollte es authentisch bleiben. Aus den Hut zu zauber ist da manchmal wirklich nicht der beste Weg. Das lässt mich eher frustriert zurück, wenn dies gemacht wurde. Weil derjenige dann (wie du es erwähnt hast) eben meist nicht vorkommt und man somit nicht gerade die Handlung nachvollziehen kann.
      Mehrere Auflösungen, welche möglich wären, liebe ich mehr als alles andere! Das beweist, ebenso wie der bei dir genannte Überraschungsmoment, dass der Autor sein Handwerk versteht. So wird es komplex, man legt Spuren bewusst falsch, ohne dass sie nicht plausibel sind, sondern sich mit der Wahrheit vermischen.

      LG
      Sarah

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