[Blogtour | Gewinnspiel] Grenzlandtage von Peer Martin und Antonia Michaelis: Tag 2 ~ Auf der Flucht


Gestern konntet ihr bei Ka – Sa's Buchfinder ein bisschen über die Stimmung in dem Buch herausfinden, und worum es eigentlich in Grenzlandtage geht. Die Eindrücke, welche Katja hierbei genannt hat, treffen es sehr gut.
Denn dieses Buch ist mit eindringlichen Worten geschrieben, welche Bilder in unsere Köpfe setzten, die einen nach dem Lesen nicht mehr loslassen. Worte, die im Kopf nachhallen, vor allem weil sie uns so präsent und nah sind. Und doch so fern. So fremd.

Doch wie ist es auf der Flucht zu sein? Warum flüchtet man? Vor Krieg? Vor Armut oder bloß, damit es einem besser geht.
Asman und die Flüchtlinge, um die es in diesem Buch geht, werden wir heute ein bisschen näher unter die Lupe nehmen.
Denn schließlich kann keiner sonst verstehen, was es heißt auf der Flucht zu sein, der es nicht selbst erlebt hat.



Auf der Flucht

»Ge...holt?«
»Ja. Um Fragen zu stellen. Bei was man mitgemacht hat. Welche Namen man nennen kann von Jungs, die bei den Rebellen sind. Von Familien, die ihnen helfen. Wenn du Namen nennst, lassen sie dich in Ruhe.«
»Und … wenn nicht?«
»Dann kriegen sie dich dazu Namen zu erfinden. Das ist der Grund, aus dem wir über das Meer gehen, verstehst du? Weil es heißt, dort gäbe es diese Dunkelheit nicht. Keine Räume, in denen sie dich zum Reden bringen. Räume mit Haken an der Decke. Räume mit Kabeln. Räume, die du mit dem Schlauch ausspülen kannst. Schlachträume. Der Nächste bitte.« ~ Grenzlandtage von Peer Martin und Antonia Michaelis, Seite 222, Zeile 19 – 30

Schon alleine das Cover des Buches lässt einen als Leser die Gefahr spüren, welche mit einer Flucht über das Mittelmeer einhergeht. Warum tut man sich dies an? Wenn Bomben fliegen, das Essen knapp wird und als Mensch ständiger Gefahr ausgesetzt ist. Die Antwort ist unumstritten klar. Viele würden fliehen, wenn ihr Leben in einem Kampf endet, aus dem man kaum entrinnen kann. Bei dem man in ständiger Alarmbereitschaft ist. Ständig so, als gäbe es keine freie Atempause, kein Licht am Ende des Tunnels.


Rettungsring Schwimmring Retten von dimitriwittmann bei Pixabay

Natürlich gibt es viele Wege, auf denen man flüchten kann. Viele Menschen und viele Schicksale kommen so zusammen. In diesem Buch sind es nicht nur Palästinenser, sondern ebenso auch solche, die eine vollkommen andere Religion, Hautfarbe oder dergleichen haben.
Wenn du in Lager gesteckt wirst, sie dich prügeln, vergewaltigen und dir Angst einjagen, sie dich aushungern, vom Rest der Welt abschneiden und Bomben auf dein Grund und Boden abwerfen. Wenn man dir alles nimmt, ja selbst deine Würde, dann, ja dann würde jeder fliehen. Weil keine Kraft mehr da ist, um zu kämpfen. Keine Kraft mehr, um aufzustehen und die Stirn zu bieten. Und dann, wenn du nicht den richtigen Pass hast, dir Sachen vorgeworfen werden, dass du zu den Rebellen gehörst, obwohl du nie zu ihnen gestanden hast, dann gibt es nur noch einen Weg. Über die Schleuser. Diejenigen, die sich eine goldene Nase verdienen und dann nicht einmal das Boot mehr hält oder der Sprit gar nicht für die Strecke reicht...


Boot Wasser Flüchtling Flucht Asyl von geralt bei Pixabay

Asman hat dies alles mitgemacht. Er steuerte das Boot, bis diese leck wurde und sank. Es starben viele Menschen. Von hundertvier Menschen überleben zweiunddreißig. Dennoch ist ihr Kampf ums überleben noch längst nicht zu Ende. Sie wollen weiter. Asman nach Schweden. Denn in Griechenland wollen sie sich nicht registrieren lassen. Der Hass ist zu groß, die Griechen zu arm. Sie können die Flüchtlinge nicht mehr versorgen. Auch die Lager wurden geöffnet. Es gibt kaum Hoffnung auf warme Mahlzeiten, ein Dach über dem Kopf oder auch Wärme, selbst wenn der Sommer im Buch nicht mehr fern ist.


video

Doch da ihr Boot gesunken ist, unter dem Wasser bei den vielen, vielen anderen Menschen, müssen sie auf der Insel bleiben. Hoffen und bangen. Da sie illegal sind. Meist mit nichts weiter am Körper als zerrissener, dreckiger Kleidung mit getrocknetem Salzrand. Denn im Dorf, welches auf der Insel ist, beschaulich schön, wie aus einem Reisekatalog für Griechenland, wird Misstrauen laut. Das Leben ohne Essen, ohne Dach und vor allem ohne Mittel ist nicht einfach. Man ist angewiesen auf andere. Auf deren Gunst, auf deren Menschlichkeit. Aber nicht jeder ist so wohl gesonnen Jule, unsere Hauptprotagonistin.
Der Krieg, wenn auch ohne Bomben und Folter geht weiter. Der Überlebenskampf Seite an Seite ist noch längst nicht überstanden. Ein Leben am Abgrund bleibt ihnen auf der Suche nach Asyl auch weiterhin nicht erspart. Morgen werdet ihr hierzu bei Giulia von Das Buchmonster mehr erfahren. Garantiert auch ein wenig über die traurige Vorgeschichte von unserem männlichen Hauptprotagonisten.


Gewinnspiel

Ihr wollt dieses grandios und einfühlsam geschriebene Buch in eurem Bücherregal Zuhause haben? Es lesen und euch auch von einer anderen Sichtweise auf dieses aktuelle Thema wissen? Dann macht mit und beantwortet die heutige Tagesfrage.

Tagesfrage

Stell dir vor, in deinem Land herrscht Krieg. Bomben zerfetzten Straßen, das Essen wird knapp und das was ihr euer Leben nanntet ist von heute auf morgen dahingerafft. Tot, wie einige Freunde. Ihr werdet gefoltert, müsst zusehen wie anderen Gewalt angetan wird und für euch gibt es keine andere Perspektive mehr als zu fliehen. In ein anderes Land. Was genau würdet ihr mitnehmen auf dieser Flucht? Einen Pass? Das Handy? Kleidung?

Gewinne


5x1 Buch Grenzlandtage in Print


Teilnahmebedingungen

Mit der Teilnahme am Gewinnspiel erklärt ihr euch mit den Teilnahmebedingungen einverstanden.


Zum Tourplan!

8 Sprünge

  1. Was nimmt man in einer solchen Situation mit. Ich denke zumindest einen Teil Kleider, vor allem aber Lebensmittel und sicher auch Geld. Der Pass wäre auch wichtig.Und dann kann man nur hoffen, dass die Flucht gelingt, man tatsächlich eine neue Heimat findet und irgendwo gut aufgenommen wird. Und das ist ja nicht immer so einfach.

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  2. Hallo Sarah,

    als erstes hoffe ich sehr, niemals in solch eine Situation zu geraten. Es ist auch immer die Frage, ob man seine Flucht planen kann. Dann auf jeden Fall etwas Kleidung und einen Pass, jeweils das liebste Kuscheltier der Kinder und wenn vorhanden, Lebensmittel.

    Liebe Grüße
    Silke

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  3. Eine schlimme Vorstellung. Auf jedenfall meine persönlichen wichtigen Sachen, etwas Essen und Kleidung.

    Liebe Grüße,
    Daniela

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  4. Hallo,
    neben einem Handy, dem Pass (ist immer noch zu überlegen, den vielleicht später zu "verlieren") und Bekleidung noch ein paar persönliche Erinnerungen, die nicht viel wiegen, wie zum Beispiel Fotos auf einer Speicherkarte und auch Printfotos. Wenn ich Platz hätte, würde ich zumindest für den Anfang noch ein Buch mitnehmen. Natürlich auch eine Wasserflasche und Lebensmittel für den Anfang, wenn möglich.

    lg, Jutta

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  5. Hallo,

    wenn möglich würde ich Handy, Pass und Verpflegung mitnehmen.

    LG
    SaBine

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  6. Hallo,
    vielen Dank für den Beitrag. Ich kann mir eine solche Situation kaum vorstellen. Falls ich noch zu irgendwelchen Gedanken fähig wäre, würde ich meinen Pass, was essbares, Wasser, Kleidung, Medikamente und ein Handy einpacken.
    LG Bettina Hertz
    bettinahertz66@googlemail.com

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  7. Hallo

    Ich wünsche niemanden in so eine Situation zu kommen. Einfach schrecklich die Vorstellung. Wenn es aber soweit kommen würde, dann würde ich meinen Pass und meine Familie mitnehmen. Und eine große Portion Hoffnung.

    Alles Liebe Kaylie

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  8. das wäre zu furchtbar um genau festzulegen, was man mitnehmen sollte. Aber erreichbar möchte man immer sein, also nehme ich mein Handy mit und soviel ich tragen kann. Wenn ich dann noch meinen Lieben mitnehmen darf, dann wäre ich etwas befriedigter.

    Ganz liebe Grüße
    Jutta

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