[Freitagszitat] Grenzlandtage von Antonia Michaelis und Peer Martin


Zitate sind etwas Schönes. Etwas, womit man seinen Gefühlen Ausdruck verleihen kann. Etwas, mit dem man auch andere Menschen zum nachdenken anregen will, oder zum träumen. Vielleicht auch zum lachen. Je nachdem wie ein Zitat ausgelegt wird und von welchem Menschen, Buch oder gar Film es stammt.
Deswegen werde ich jetzt regelmäßig ein paar nette kleine Zitate (zumeist aus Büchern) für euch bereit halten, welche mir persönlich sehr gefallen. Die mich träumen lassen. Weinen oder aber so wie das obige Zitat, auch zum Denken anregen.

Doch ich will euch nicht nur ein paar Zitate schenken, die bildlich ein kleiner Hingucker sind, sondern euch auch meine Gedanken zu diesem Zitat mitteilen. Vielleicht entsteht ja daraus auch die eine oder andere Debatte.

Grenzlandtage ist ein Buch, das mich beim Lesen sehr berührt hat. Die beiden Autoren Antonia Michaelis und Peer Martin können mit Worten eine Welt schaffen, die einem wie ein Paradies vorkommt, über dem sich ein Unwetter zusammenbraut.
Denn so ist es mir ergangen bei dem Lesen. Ich wurde von einem Wellental in das nächste geschleudert. Habe mit den Protagonisten geweint, gebangt und auch gelacht.
Dennoch war die Seefahrt mehr als turbulent, denn das Thema ist in der jetzigen Zeit wichtiger denn je: Flüchtlinge.

Wie mir das Buch gefallen hat, das könnt ihr gerne in meiner Rezension lesen. Denn in diesem Beitrag will ich auf dieses Zitat eingehen und meine Gedanken dazu äußern. Was auch ein bisschen an meinen ZeilenSprung erinnert. Aber ich sagte ja, dass ihr mehr davon bekommt, was für diesen Blog ausschlaggebend in der Namensfindung war.

Gerade beim Thema Flüchtlinge sind ja Grenzen eine Sache, die sie überwinden müssen. Seien es Zäune, geographische Grenzen oder aber auch solche, die vom Wasser an die Küste gehen. Oder von Wiesen zu Feldern werden.
Man begegnet ihnen überall im Alltag. Und ja, der Mensch hat sie sich selbst geschaffen. Vielleicht um Unbefugten den Zutritt zu ihrem Grundstück zu verwehren oder aber auch um auf Gefahren auf dem Grundstück hinzuweisen.
Ländergrenzen werden viele schon überschritten haben. Ich auch. Ich rede hier nicht nur von Ländergrenzen, wenn man ins Ausland fahren will. Sondern auch von Städten, von Landkreisen oder auch von anderen festgelegten Kreisen.

Was dieses Zitat zu etwas Besonderem macht? Nun, wer meine Rezension oder gar das Buch gelesen hat, der wird wissen, dass die Worte, welche dort die Geschichte ergeben einen sehr mitnehmen. Als ich diese Worte, die ich heute für das Zitat gewählt habe, das erste Mal gelesen habe, hielt ich inne. Wurde nachdenklich. Besonders deswegen, weil es schon stimmt. Die Natur hält sich selbst nicht an so etwas starres wie Grenzen. Dem Wasser ist das genauso egal wie dem Schmetterling. Für sie ist es nicht notwendig einen Pass zu haben. Oder ein Ausweisdokument. Nur wir Menschen nehmen es einfach als gegeben, dass Grenzen nur mit gültigen Papieren übertreten werden dürfen.

So hat die Barrierefreiheit der EU für mich eigentlich einen bitteren Nachgeschmack bekommen. Während ich als EU Bürger in der gesamten Europäischen Union nach Lust und Laune hin- und herfahren kann, werden Menschen, die vor Gewalt, Krieg und Armut fliehen als illegal angesehen, wenn sie eine unsichtbare Grenze überschreiten, welche vor langer, langer Zeit ausgehandelt wurden, um die einzelnen Länder aufzuteilen.
Natürlich gibt es dazu eben auch Gesetze. Dennoch finde ich, dass es insbesondere mich schon sehr mitnimmt, wenn man hört, dass Menschen in einem Land illegal sind. Illegal in welchem Sinne? Einer Staatsbürgerschaft? Natürlich. Als Mensch an sich? Garantiert nicht.

Und dennoch legen wir uns solche Grenzen auf. Die mitunter zwar für die Verwaltung sehr wichtig sind, aber vor allem für den Menschen eine meist unüberwindbare symbolische Mauer darstellt, die sie zu einem Illegalen machen, wenn sie fliehen.

Was geht euch denn so spontan durch den Kopf, wenn ihr das Zitat von oben lest? Seid auch ihr emotional betroffen? Oder sagt ihr, dass Regeln nun einmal nicht umsonst gemacht wurden?

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