[Rezension] Stirb leise, mein Engel von Andreas Götz

Stirb leise, mein Engel bei Oetinger

PRODUKTDETAILS:

Titel: Stirb leise, mein Engel
Reihe: -
Autor: Andreas Götz
Genre: Thriller im Jugendbuchbereich
Herausgeber: Oetinger
Erscheinungstermin: 20. Januar 2014
Sprache: Deutsch
ISBN: 978-3-7891-3615-3
Format: Hardcover
Seitenzahl: 368 Seiten

PRODUKTINFORMATIONEN:

Kurzbeschreibung:
Drei tote Mädchen, ein dunkles Geheimnis und ein teuflisches Spiel: ein Thriller, der unter die Haut geht! München, das Ende eines heißen Sommers. Drei Mädchen sterben innerhalb weniger Wochen – wie es scheint, aus eigenem Entschluss. Doch das ist nur die halbe Wahrheit. Denn alle drei wollten mit ihrer großen Liebe in den Tod gehen. Und sie ahnten nicht, dass ausgerechnet er, der mit ihnen sterben wollte, sich als ihr schlimmster Feind entpuppen würde.

Der Verlag über das Buch
Ein raffinierter Pageturner über eine rätselhafte Todesserie unter Teenagern - über Mord, Geheimnisse und tiefe Abgründe.


DIE BEWERTUNG

Meinung:
Das Buch ist ansprechend und hat von allem etwas. Humor, Spannung, Liebe, Drama. Es ist ein solider Jugendbuch-Thriller, der durch feinfühlige Momente und eine spannende Geschichte sich auszeichnet.

Das Cover/Die Gestaltung:
Mit der schwarzen Schleife auf weißen Grund ist das Cover ziemlich schlicht. Im ersten Moment zieht es nicht so sehr an, auf den zweiten Moment wirkt es hingegen sehr nach. Denn durch den Klappentext wird einem erst bewusst, auf was das schwarze Schleifenband verweist. Eine Trauerkarte mit beigefügter schwarzer Schleife. Damit fängt das Cover den Inhalt des Buches souverän auf.
2,0/2,0 Punkten

Die Sprache/Der Satzbau:
Mit seiner temporeichen Sprache und dem gelungenem Satzbau findet sich der Leser gleich in dem Roman zurecht. Die (jugendliche) alltägliche Sprache beherrscht der Autor genauso wie die Beschreibung von Spannung und Nervenkitzel. Auch das Innenleben der Figuren wird in einer personalen Erzählweise emotional und nachvollziehbar wiedergegeben. Man merkt dem Autor an, dass er zuvor schon an Hörspielen gearbeitet hat.
Jeder Spannungspunkt ist bewusst gewählt und erhält das Interesse des Lesers an der Thematik rund um die (Selbst)Morde der Mädchen und dem Erwachsen-Werden des Hauptprotagonisten.
2,0/2,0 Punkten

Die Figurentiefe/Die Figurenentwicklung:
Die Figuren in dem Jugendbuch-Thriller sind für ein jugendliches Publikum sehr schön gezeichnet. Als Leser kann man sich gut mit den Hauptfiguren Sascha und Joy identifizieren. Die mysteriöse Mareike ist sprachlich etwas anders, düsterer, gestaltet, aber dennoch nachvollziehbar. Auch der Mörder der Mädchen, Tristan, ist nur in Ansätzen beschrieben, dadurch wird aber die Spannung aufrechterhalten und gleichzeitig dem Leser Einblick in die Täterpsyche geliefert.
Sascha macht als wichtigste Figur auch die wesentlichste Veränderung durch. Aufgrund von seinen Recherchen zu den Selbstmorden bringt er sich in größere Gefahr als er denkt. Anfangs ist er noch ein verletzter Junge, aber durch die sich immer mehr zuspitzenden Ereignisse wird er zu einem reifen, starken jungen Erwachsenen, geprägt durch die erlebten Erfahrungen.
Einzig die Verschränkung der Figuren Tristan/Mareike gefällt mir nicht. Als erfahrener Leser kann man das Geheimnis um die beiden Figuren sehr schnell lüften, was der Geschichte ein wenig an Substanz nimmt.
1,5/2,0 Punkten

Der Plot/Der Geschichtsverlauf:
Die Geschichte beginnt spannend und kann diese Spannung auch größtenteils bis zum Schluss durchhalten.
Sascha, dessen Vater im Polizeidienst vor einiger Zeit verstarb, entscheidet sich, nachdem sich eine Freundin angeblich getötet hat, den sogenannten Selbstmorden mit Zyankali auf den Grund zu gehen. Dabei hilft ihm die neue Nachbarstochter Joy, für die er bald mehr empfindet als nur Freundschaft. Aber als Mareike in sein Leben tritt, wird alles ein bisschen kompliziert. Denn sie scheint auf ihn zu stehen, obwohl er nicht dasselbe für sie empfindet. Gleichzeitig findet er etwas über seinen Therapeuten heraus, das ihn in eine tiefe Krise stürzt. Mit der Annäherung an Joy klappt es auch nicht so wie er hofft. Und dann scheint sich alles in kürzester Zeit zuzuspitzen. Und der Schluss reiht sich nahtlos in die Geschichte ein.
1,5/2,0 Punkten

Der Aufbau/Die Nachvollziehbarkeit:
Der Aufbau der Geschichte ist gut gelungen, die Figuren handeln nachvollziehbar und die Geschichte entwickelt sich aufgrund der Entscheidungen der Figuren. Es wird abwechselnd aus Saschas, Joys, Mareikes und Tristans Sicht erzählt. Alle Erzählstränge münden dann im Finale, welches für die Protagonisten mehr oder weniger gut ausgeht.
Hierbei finde ich die Täterperspektive durchaus interessant, wenn sie auch sehr viele Hinweise auf die wahre Identität des Täters liefert. So wirkt dann der Schluss für den erfahrenen Leser ein bisschen zu vorhersehbar, zu konstruiert, aber diese kleine Schwäche wird durch die sympathischen Figuren ausgeglichen.
1,5/2,0 Punkten

Fazit:
Mit 8,5 von 10,0 Punkten vergebe ich all denjenigen die Leseempfehlung, die Thriller und Jugendthemen mögen. Der Roman kommt leicht und spannend daher, es macht Freude ihn zu lesen und zeigt wieder einmal, dass auch Deutsche gute Spannungsromane schreiben können.

Kommentare:

Em hat gesagt…

Hey :)

Ich hab dieses Buch schon vor einer ganzen Weile gelesen, wo ich mit meinen Eltern in einem Wellnesshotel in Österreich Urlaub gemacht habe - und kann deine Rezi gut nachempfinden! Vor allem den Anfang fand ich sehr stark, aber dann fängt der Autor sich in meinen Augen an, ein bisschen in seiner eigenen Geschichte zu verlieren ... Gefühlt ging dann eine ganze Weile nichts weiter. Wobei ich dir beim Schluss nicht unbedingt beipflichte - ich bin erst relativ spät draufgekommen, wer Tristan in Wirklichkeit ist ^^.

Liebe Grüße
Em

Lia hat gesagt…

Hallo Em,

schön, dass du mir in einigen Dingen beipflichten kannst. Ich selbst lese gerne deutsche Autoren und versuche deswegen auch immer mich in die jeweilige Zielgruppe hineinzuversetzen.
Ich finde es schön, dass bei dir das Überraschungsmoment geglückt ist; bei mir leider nicht. Aber da ich schon sehr viele Bücher aus diesem Genre gelesen habe, ist es schwierig, mich zu überraschen. ;) Umso besser, dass es bei dir geklappt hat.

Demnächst würde ich gerne auch seinen zweiten Thriller bei Oetinger lesen. Vielleicht kann er mich ja überraschen!

Beste Grüße und danke für den Kommentar!
Lia

Related Posts Plugin for WordPress, Blogger...